Theodor Bolzenius
Theodor Bolzenius

21.11.2020

Seit 1987 Sprecher des Katholikenkomitees Ein Urgestein der katholischen Medienlandschaft

Theodor Bolzenius ist ein Urgestein der katholischen Medienlandschaft. Als langjähriger Pressesprecher des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken war er extrem gut vernetzt. Er gibt den Staffelstab zum Jahresende weiter.

Es war die erste digitale Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Und es war zugleich die letzte Vollversammlung, die Theodor Bolzenius (65) als Pressesprecher des obersten katholischen Laiengremiums begleitet hat. Am Samstag wurde der gebürtige Essener von den über 200 Delegierten herzlich verabschiedet.

In der katholischen Medienlandschaft ist er ein Urgestein. Seit 1987 war Bolzenius Pressesprecher des ZdK - und damit auch Pressesprecher der Deutschen Katholikentage. Vom Bonner Büro hat der Journalist ein beeindruckendes Netz an Kontakten aufgebaut. Eigentlich wollte der Vater dreier Kinder auch noch den im Mai geplanten dritten bundesweiten Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt stemmen - als Schlussstein seines Pressesprecherlebens. Doch der wackelt wegen Corona - und Bolzenius gibt den Staffelstab schon zum Jahresende weiter.

Vater war Schulleiter und Oberbürgermeister

Das Interesse für Politik und Kirche ist ihm in die Wiege gelegt. Der Großvater Anhänger des katholischen Zentrums, der Vater Schulleiter, Christdemokrat und erster Oberbürgermeister von Mönchengladbach nach der Kommunalreform 1969. Hautnah hat Bolzenius dort auch die goldenen Jahre seiner Borussia miterlebt.

Nach dem Studium von Theologie, Geschichte und Latein tat sich ein Volontariat in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadtwerke Düsseldorf auf. "Aus der Neuorientierung wuchs schnell eine neue Leidenschaft", erzählt der Bücherfreund und Fotograf.

Sternberg würdigte Bolzenius

Er sei "ein analytischer, strategisch denkender Kopf", heißt es aus seinem Umfeld. Und: "Er hat einen guten Riecher dafür, was sich aus einer Sache entwickeln kann." ZdK-Präsident Thomas Sternberg würdigte Bolzenius als jemanden, der ruhig und gefasst bleibe - "auch dann, wenn es hektisch wird". Bolzenius kann aus einem riesigen Erfahrungsschatz schöpfen, wenn es um die Ausrichtung des ZdK, die Gestaltung von Katholiken- und Kirchentagen und auch um den Reformprozess der Kirche geht.

Dabei ist das Telefon sein wichtigstes Arbeitsinstrument geblieben. Mit Facebook, Twitter und Co fremdelt er ein wenig und holt sich Hilfe von außen. Was aber dennoch dazu geführt hat, dass das Pressezentrum der Katholikentage schon seit Jahren digital und multimedial arbeitet.

Bolzenius mag offene Debatten

Bolzenius mischte sich ein - nicht nur bei Medienthemen. Kollegen bescheinigen ihm klare Positionen und offene Debatten, etwa wenn es um den Einfluss von Laien in der Kirche geht. Hier seien die Spielräume bei weitem noch nicht ausgelotet, sagt er.

Bescheinigt wird Bolzenius zugleich eine große Loyalität und Identifikation mit der Sache. Pressesprecher, so formuliert er es, müssten bereit sein, sich zurückzunehmen und dafür zu sorgen, dass diejenigen zu Wort kommen, die Verantwortung tragen. "Viel Geduld und die Gabe, zuhören zu können" bezeichnet er als die wichtigsten Tugenden. Und Diskretion und Aufrichtigkeit.

Katholikentag 1990 gehört zu beeindruckendster Station

Wenn es um das beeindruckendste Erlebnis seines Berufslebens geht, kommt er ins Schwärmen. Bei der Vorbereitung des Katholikentags 1990 in Berlin hat er die Wende aus großer Nähe miterlebt. Eine Pressekonferenz zu leiten im Internationalen Pressezentrum der DDR, Kanzler Kohl und Staats- und Regierungschefs aus dem Osten Europas hautnah zu erleben, die Kontakte zu den ostdeutschen Katholiken zu intensivieren, das hat ihn beeindruckt. Aufbruchstimmung pur.

Positive Entwicklungen sieht Bolzenius in der Ökumene und im Verhältnis zwischen Bischöfen und Laien: Insbesondere die Vorbereitungen zu den Ökumenischen Kirchentagen haben aus seiner Sicht viel Vertrauen zwischen den Verantwortlichen in beiden Kirchen wachsen lassen. Und das Verhältnis zu den allermeisten Bischöfen bezeichnet Bolzenius - nach dem Tiefpunkt des Ausstiegs der Kirche aus der Schwangerschaftskonfliktberatung und der Gründung von Donum Vitae vor 20 Jahren - als sehr entspannt. "Die Bischöfe wissen, dass sie aus der Krise nicht allein herauskommen", ist er überzeugt. "Das geht nur mit den Laien."

Den für Ende 2021 geplanten Umzug des ZdK nach Berlin kann Bolzenius mit Gelassenheit aus der Distanz beobachten. "Da muss ein ganz neues Konzept von Presse- und Öffentlichkeitsarbeit her", weiß er. "Für das ZdK ist Berlin ein ganz schwieriges Pflaster."

Christoph Arens
(KNA)

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