Papst feiert Messe auf dem Markusplatz

Appell zum Schutz Venedigs

Die Stadt Venedig ist einzigartig, doch durch Klimawandel und Massentourismus massiv bedroht. Daran erinnerte Papst Franziskus bei einer Messe auf dem Markusplatz und rief eindringlich zu Schutz der Stadt auf und forderte Frieden.

Papst Franziskus feiert die Messe auf dem Markusplatz in Venedig / © Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus feiert die Messe auf dem Markusplatz in Venedig / © Romano Siciliani ( KNA )

Mit einer großen Messe auf dem Markusplatz hat Papst Franziskus den offiziellen Teil seines Venedig-Besuchs beendet. Vor rund 10.500 Menschen erinnerte er in seiner Predigt an die Zerbrechlichkeit der Lagunenstadt durch Klimawandel und Massentourismus - und erntete dafür Applaus. "Venedig ist eins mit dem Wasser, auf dem es steht; und ohne Pflege und Schutz dieser natürlichen Umgebung würde es vielleicht sogar aufhören zu existieren", so der Papst.

Insbesondere die Christen rief er darum zu ihrem Schutz auf, zu einem Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden, Solidarität und Fürsorge: "Wir brauchen unsere christlichen Gemeinden, unsere Nachbarschaften, unsere Städte, um gastfreundliche, einladende und integrative Orte zu sein", sagte Franziskus.

Einsatz für alle

An die Stadt Venedig, die schon immer ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austauschs gewesen sei, appellierte Franziskus, weiter für alle zugänglich zu sein - angefangen bei den Letzten - und sich für Geschwisterlichkeit und Umweltschutz einzusetzen.

Papst Franziskus bei seiner Ankunft auf dem Markusplatz in Venedig / © Antonio Calanni (dpa)
Papst Franziskus bei seiner Ankunft auf dem Markusplatz in Venedig / © Antonio Calanni ( dpa )

Der Gottesdienst stand unter dem Motto "In der Liebe Christi bleiben". Der Papst betonte in seiner Predigt, Glaube dürfe nicht als etwas Statisches verstanden werden. Vielmehr gehe es darum, sich in Bewegung zu setzen, sich zu entwickeln und Jesus zu folgen.

Gegen den Krieg

Auch auf die anhaltenden Kriege und Konflikte machte Franziskus aufmerksam. Nach seiner Sonntagsmesse auf dem weltberühmten Markusplatz erinnerte er an die Menschen in der Ukraine, in Palästina und Israel sowie an die verfolgten Rohingya.

Besonderes Augenmerk legte Franziskus auf die Lage in Haiti, wo die Bevölkerung angesichts des Zusammenbruchs des Gesundheitssystems, von Lebensmittelknappheit und Gewalt verzweifele. Er hoffe, dass der vor wenigen Tagen eingesetzte Übergangsrat das Land zu Frieden und neuer Stabilität führen könne, so der Papst.

Markusdom besichtigt

Vor seinem Rückflug nach Rom wollte Franziskus in privater Form den Markusdom besichtigen, in der eine Reliquie des Evangelisten Markus verehrt wird. Dafür wurde eigens eine rollstuhlgerechte Rampe in die Kirche eingebaut.

Am Vormittag traf der Papst Jugendliche aus der Region. Anlass des Kurztrips war die Besichtigung des Biennale-Pavillons des Vatikans im Frauengefängnis der Stadt. Am Morgen kam Franziskus dort mit Insassinnen und beteiligten Künstlern zusammen.



 

Quelle:
KNA