Kirche ermöglicht syrischen Flüchtlingskindern im Libanon Schulbildung

Unterkunft, Schule, Mahlzeit

Im Libanon sind laut UNHCR 1 Millionen syrische Flüchtlinge registriert oder im Registrierungsprozess befindlich, darunter mindestens 502.000 Kinder und Jugendliche. Viele kommen in krichlichen Schulen unter, etwa im Bistum Zahle.

Schule Ste. Rita in Zahlé (Erzbistum Köln)

Die tatsächliche Zahl von syrischen Flüchtlingskindern liegt nach Schätzungen vieler NGOs mindestens um die Hälfte höher. Der Libanon bemüht sich, sie im regulären Schulsystem aufzunehmen. Weil es aber sehr viele sind, nehmen auch die semi-privaten und privaten Schulen, die oft in kirchlicher Trägerschaft sind, Kinder auf. 

2013 konnten nur 45.000 syrische Kinder in öffentlichen Schulen aufgenommen werden. Aus diesem Grund wurden die Schulen für den Nachmittagsbetrieb geöffnet. Damit konnte die doppelte Zahl an Kindern aufgenommen werden.

Unterkünfte für syrischen Flüchtlingsfamilien

Die meisten Flüchtlinge leben in der Bekaa-Ebene. Die Melkitische Diözese Zahlé kümmert sich über ihre soziale Abteilung schon von Anfang an um Flüchtlinge. Insbesondere christliche Familien konnten Unterkünfte vermittelt werden. Etwa 2.650 Familien wurde so geholfen. 

2.000 muslimische Familien leben im Zelt, 560 christliche Familien leben in kleinen Wohnungen. Etwa 500 Kinder leben in diesen Familien. Rund 90 Kinder gehen nicht in die Schule.

Die Diözese betreibt in Zahlé die semi-private Schule Ste. Rita, die sich neben dem Wallfahrtsort der Diözese befindet. Diese Schulen erhalten pro Schüler vom Staat einen Zuschuss in Höhe von 500 US-Dollar. Im Vormittagsbetrieb kommen ca. 170 libanesische Kinder in die Schule. 

Extra-Unterricht und eine Mahlzeit für Schulkinder

Ab kommendem Schuljahr soll eine zweite Schicht für 70 Flüchtlingskinder und rund 70 libanesische Kinder, die aus problematischen Verhältnissen kommen oder sonstige Lernschwierigkeiten haben, unterrichtet werden. 9 Lehrer und 2 Sozialarbeiter sollen angestellt werden.

Die Schicht geht von 15:00 – 19:00 im Sommer und bis 18:00 im Winter. Pro Tag werden vier Schulstunden unterrichtet: Mathematik, Englisch/Französisch, Arabisch. Sozialarbeiter betreuen die Kinder. Die Kinder werden je nach ihren Fähigkeiten in die entsprechende Klasse gehen. Außerdem erhalten die Kinder eine warme Mahlzeit in der Schule. Bestandteil des Projekts ist auch der Transport der Kinder, Uniform und Schulmaterial.

Libanon

Der Libanon ist geprägt durch das Nebeneinander zahlreicher Religionen. Mit etwa 30 Prozent hat die parlamentarische Demokratie den größten Anteil Christen in der Arabischen Welt. Die Muslime - Sunniten und Schiiten - machen inzwischen wohl mehr als 60 Prozent aus. Offiziell anerkannt sind 18 Religionsgemeinschaften, darunter die Minderheiten der Drusen und Alaviten.

Symbolbild: Flagge des Libanon / © Yulia Grigoryeva (shutterstock)

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