Da weiß die linke nicht, was die rechte tut

Gut so!?

"Chaos", "hüh und hott", "Da weiß die linke nicht was die rechte tut!" – Wenn man das als Beschreibung eines Unternehmens bekommt, weiß man: Da hat niemand den Überblick und Ziele werden eher per Zufall erreicht. Allerdings ...

... der Spruch: "Da weiß die linke nicht was die rechte tut!", ist hier eigentlich falsch eingeordnet.

Mit der "linken" und der „rechten“ sind unsere Hände gemeint - logisch. Wenn da die eine nicht weiß, was die andere tut, dann kann man sich im Alltag noch nicht mal die Schuhe schnüren. Daher würde man nun also denken, dass mit dem Spruch mehr Koordination gefordert wird – stimmt aber nicht, wenn man nach dem Schöpfer des Spruches geht: Jesus. Jesus hat aber ursprünglich in der Bergpredigt gesagt: "Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut."

Nachzulesen ist das bei Matthäus Kapitel 6 Vers 1 Folgende. Und da wird dann auch deutlich, dass es Jesus nicht um Chaos Vermeidung ging.

Es geht um Vermeidung von Überheblichkeit

Man soll, sozusagen, gar nicht wissen, dass man da eben einen großen Betrag gespendet hat. Nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Oder in Jesu Worten:

"Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten."

Von daher ist es eigentlich wünschenswert, dass die "rechte" öfter mal nicht weiß was die "linke" tut.

Ab dem 19 Jahrhundert hat sich aber die neue Formulierung: "Da weiß die linke nicht was die rechte tut", und die entsprechende Deutung durchgesetzt.