Kölner Kirche feiert Maiandacht mit Sängerin Kathy Kelly

Kölsche Aspekte unter Gottes Dach

Zum Auftakt des Marienmonats Mai wird es in der Kölner Minoritenkirche festlich. Bei der Maiandacht wirkt auch die Sängerin Kathy Kelly mit. Warum das alles von einem Karnevalsverein organisiert wird, erklärt deren zweite Vorsitzende.

Marienfigur mit Jesuskind / © Dominik Wolf (KNA)
Marienfigur mit Jesuskind / © Dominik Wolf ( KNA )

DOMRADIO.DE: Warum organisieren Sie als Karnevalsverein eine Maiandacht?

Marion Böde (Zweite Vorsitzende des Vereins "Kölsche Jecke neV"): Der Karneval ist absolut kölsch. Die Maiandacht ist kölsch. Das sind zwei kölsche Aspekte, die vielleicht ein bisschen in der Versenkung verschwunden sind. Aber das ist der Grund, warum wir das miteinander verbunden haben und gerne wieder aufleben lassen möchten.

Marion Böde

"Die Maiandacht richtet sich speziell an die Mutter Gottes."

DOMRADIO.DE: Die Maiandacht gibt es nicht mehr oft. Was ist das Besondere im Gegensatz zu einem Gottesdienst?

Böde: Die Maiandacht richtet sich besonders an die Mutter Gottes. Es ist die Verehrung der Gottesmutter. Die Heilige Messe richtet sich auf Gott aus und ist die Eucharistiefeier. Aber die Maiandacht richtet sich speziell an die Mutter Gottes. Sie wird mit Liedern, Psalmen und Gebeten verehrt. Außerdem bitten wir um Unterstützung. Das ist, denken wir, genau der Punkt, der jetzt wichtig ist.

DOMRADIO.DE: Kathy Kelly von der Kelly Family lebte lange Zeit in Köln und ist eine große Marienverehrerin. Passt sie deswegen gut zum Gottesdienst?

Sängerin Kathy Kelly / © Karl-Josef Hildenbrand (dpa)
Sängerin Kathy Kelly / © Karl-Josef Hildenbrand ( dpa )

Böde: Ja, genau. Wir sind auf einem Level. Sie ist auch eine große Marienverehrerin und kennt Köln. Das passt alles.

DOMRADIO.DE: Kommen viele Kelly-Fans zu der Maiandacht?

Böde: Das nehmen wir an, weil wir schon mal eine Veranstaltung Anfang Oktober gemacht haben und einige Kelly-Fans anwesend waren. Das hat uns begeistert, dass die mitgemacht haben, obwohl sie sicherlich nicht mit zwei Füßen in der Kirche standen.

Marion Böde

"Es ist der Sinn dieser Sache gewesen, den Kölner Karneval mit sozialen Projekten zu verbinden."

DOMRADIO.DE: Der Gottesdienst findet in der Minoritenkirche statt, ganz in der Nähe vom Kölner Dom. Am Ende der Andacht sammeln sie Spenden für ein Sozialprojekt. Dabei arbeiten sie mir der "Fazenda da Esperança" zusammen.

Böde: Genau, mit der "Familie der Hoffnung". Das ist schon seit vielen Jahren unser Sozialprojekt. Das gehört zu unserem Verein oder ist der Sinn dieser Sache gewesen, den Kölner Karneval mit sozialen Projekten zu verbinden. Viele Karnevalsvereine haben Sozialprojekte. Deswegen gehört die "Fazenda da Esperança" zu uns.

 (Katholisches Stadtdekanat Köln)

DOMRADIO.DE: Die Spenden kommen suchtkranken Kindern und Jugendliche zu Gute.

Böde: Ja, genau. Es ist sicherlich interessant in Köln zu erleben, was die "Fazenda da Esperança" ist und was sie bedeutet, weil wir in dem Blickwinkel Probleme haben. Viele Jugendliche sind verzweifelt, weil sie aus der Drogenspirale nicht rauskommen, sondern tiefer reinrutschen.

Die Erfolgsquote der "Fazenda da Esperança" liegt bei 83 Prozent. Das ist enorm im Gegensatz zu der Psychotherapie, die drei Prozent hat.

DOMRADIO.DE: Das Projekt hilft Kindern und Jugendlichen nicht nur in einem Land, oder?

Böde: Nein, die "Fazenda da Esperança" gibt es in 170 Ländern der Erde. Es kommen immer wieder neue Länder wie Madagaskar hinzu. Der Präsident von Madagaskar bat um Hilfe, weil dieses Problem überhandnimmt und die normale Therapie der Sache nicht gerecht werden kann, trotz großer Bemühungen.

Marion Böde

"Wir freuen uns sehr, dass er die kölsche Mentalität auch musikalisch in der Kirche unterbringt."

DOMRADIO.DE: Bei der Maiandacht ist auch Professor Albert Richenhagen mit dabei. Ist er eine kölsche Frohnatur?

Böde: Albert Richenhagen ist im Severinsviertel geboren. Er ist kölsch, wie er leibt und lebt. Er war in der Uni der Künste in Berlin Professor für Musiktheorie und ist jetzt wieder zurück in Köln. Wir freuen uns sehr, dass er die kölsche Mentalität auch musikalisch in der Kirche unterbringt.

DOMRADIO.DE: Zelebrant ist Monsignore Christoph Huber, Generalpräses von Kolping International. Ist eine Anmeldung notwendig, um an der Maiandacht teilzunehmen?

Böde: Nein, das ist eine Frage, die wir andauernd bekommen. Der Eintritt ist frei und kostenlos. Insofern danke ich Kathy Kelly herzlich, dass sie ehrenamtlich dafür eintritt und das ohne Tickets macht. Es ist wirklich toll.

Das Interview führte Tommy Millhome.

Marienverehrung im Mai

Die katholische Kirche betrachtet Maria als die wichtigste unter allen Heiligen. Darum wird Maria in besonderer Weise verehrt. Aus dem farbenfrohen Aufblühen der Natur in dieser Zeit ergibt sich die Mariensymbolik des Monats Mai. Die Blumen und Blüten symbolisieren Maria in ihrer Gnadenfülle; sie wird als "die schönste Blume" besungen.

Statue der Gottesmutter Maria / © Tanakorn Moolsarn (shutterstock)
Statue der Gottesmutter Maria / © Tanakorn Moolsarn ( shutterstock )
Quelle:
DR