Kölner Weihbischof Puff kritisiert US-Präsident Donald Trump

"Sorry, Mr. President, Sie sind nicht der Messias"

Der Kölner Weihbischof Ansgar Puff hat US-Präsident Trump kritisiert. Wer Arme durch die Ankündigung von Massenabschiebungen in die Verzweiflung stürzt, auf dem ruhe nicht der Geist des Herrn, sagte Puff am Sonntag im Kölner Dom.

Weihbischof Ansgar Puff / © Beatrice Tomasetti (DR)
Weihbischof Ansgar Puff / © Beatrice Tomasetti ( DR )

Er habe gestern seine Wahlbenachrichtigung im Briefkasten gehabt, sagte Weihbischof Puff zu Beginn des Gottesdienstes. Er gehe in jedem Fall wählen. Doch welches Wahlprogramm soll er unterstützen? "Das Programm, das ich als Christ wirklich guten Herzens unterstützen kann, ist das Programm Jesu, das wir heute im Evangelium hören", so Puff.

In seiner Predigt wies der Weihbischof auf den Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu hin und wie er sein Programm verkünde. Er rufe ein "Gnadenjahr" aus, in dem alle Verhältnisse in den ursprünglichen Zustand zurückgesetzt werden - Schulden werden erlassen, Besitz wird zurückgegeben und Menschen werden aus Gefangenschaft und Sklaverei befreit. "Und genau das kündigt Jesus in der Synagoge von Nazareth an."

Jesus kein politischer Messias

Mancher Politiker verspreche heute Ähnliches, fuhr Weihbischof Puff fort und wies auf den neugewählten US-Präsidenten Donald Trump hin, der ebenso ein goldenes Zeitalter verspreche, um Amerika wieder groß zu machen. "No. Sorry, Mr. President, Sie sind nicht der Messias", kritisierte Puff den Präsidenten. "Wer als erste Amtshandlung Arme durch die Ankündigung von Massenabschiebungen in die Verzweiflung stürzt, auf dem ruht nicht der Geist des Herrn. Der ist sicher nicht von Gott gesandt." Der wahre Messias Jesus habe als erstes Armen eine gute Nachricht gebracht. "Am Umgang mit den Armen und Schwachen erkennt man, ob jemand ein christlicher Politiker ist oder nicht."

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Weihbischof Puff zu Trump am dritten Sonntag im Jahreskreis

Der Weihbischof forderte die Gläubigen auf, Jesus in ihr Leben einzuladen, damit er durch sie diese Veränderung zum Guten bewirken kann. Er betonte aber auch, dass Jesus nicht als politischer Messias verstanden werden solle, sondern als Retter, der Liebe, Wertschätzung und Heilung schenkt. "Im Evangelium geht es um die Begegnung zwischen Mensch und Gott und darum, dass diese Veränderung, diese Begegnung, Veränderung zum Guten möglich macht", so Puff.

Bereitschaft zur Nachfolge

Am Ende seiner Predigt fragte Ansgar Puff nach der eigenen Bereitschaft der Nachfolge: "Jesus hat uns etwas vorgelebt. Und jetzt fordert er uns heraus, das nachzumachen." Wir sollen bereit sein, diese Botschaft an Arme, Geflüchtete und Obdachlose weiterzugeben und Menschen in unserer Umgebung zu unterstützen, die innerlich gefangen sind oder keinen Lebenssinn mehr sehen. Jesus traue uns das zu und er fordere uns dazu auf. "Er möchte in unser Leben eingeladen werden, damit er durch uns das Jahr 2025 zu einem Gnadenjahr, zu einem Heiligen Jahr machen kann."

DOMRADIO.DE übertrug am dritten Sonntag im Jahreskreis das Pontifikalamt aus dem Kölner Dom. Unter der Leitung von Joachim Geibel sang die Domkantorei Köln unter anderem aus der "Missa brevis" von Knut Nystedt die Sätze Kyrie, Gloria und Sanctus. Die Orgel spielte Winfried Bönig.

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Pontifikalamt am dritten Sonntag im Jahreskreis

Quelle:
DR

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