Lourdes verhüllt Rupnik-Mosaike nach Missbrauchsskandal

Aus Respekt gegenüber den Betroffenen

Der Künstler und Ex-Jesuitenpater Marko Rupnik wird von mindestens 20 Frauen der sexuellen Ausbeutung beschuldigt. Seine Mosaike im Wallfahrtsort Lourdes wurden abgedeckt. Betroffenen soll der Gang in die Basilika leichter fallen.

Arbeiter verhüllen Mosaike des Künstlers Marko Ivan Rupnik am Eingang der Rosenkranz-Basilika in Lourdes / © Pierre Vincent/SNDL (KNA)
Arbeiter verhüllen Mosaike des Künstlers Marko Ivan Rupnik am Eingang der Rosenkranz-Basilika in Lourdes / © Pierre Vincent/SNDL ( (Link ist extern)KNA )

"Mir und meinen Mitarbeitern schien es, dass ein weiterer symbolischer Schritt unternommen werden sollte, um den Eintritt in die Basilika für all jene Menschen zu erleichtern, die heute nicht über die Schwelle treten können", erklärte der Bischof von Tarbes und Lourdes, Jean-Marc Micas am Montag in einer Stellungnahme auf dem Onlineportal des Wallfahrtsortes.

Gedenktag für Betroffene von Missbrauch

Micas begründete den Zeitpunkt der Verhüllung der Mosaike mit dem bevorstehenden Start der Pilgersaison und dem Tag des Gebets für die Opfer sexualisierter Gewalt in der Kirche, der in Frankreich am Freitag begangen wurde: "Die beiden Seitentüren wurden an diesem Montag verhüllt, und die beiden großen Mitteltüren werden in einigen Tagen verhüllt sein, bevor die Pilgersaison in Lourdes beginnt."

Arbeiter halten eine Abdeckung, die zur Verhüllung des Mosaiks in Lourdes dient / © Pierre Vincent /SNDL (KNA)
Arbeiter halten eine Abdeckung, die zur Verhüllung des Mosaiks in Lourdes dient / © Pierre Vincent /SNDL ( (Link ist extern)KNA )

Im laufenden Heiligen Jahr hatte Micas den Wallfahrtsort Lourdes zu einem von zwei Orten der Diözese ernannt, "um das Jubiläumsjahr zu erleben und den vollkommenen Ablass zu erhalten". Er ergänzte: "Das Passieren der Eingangstüren der Basilika sollte der Symbolik des Moments gerecht werden."

Erster Schritt: Keine Beleuchtung mehr für Mosaike

Im Juli 2024 hatte Micas erklärt, in einem ersten Schritt werde man die Mosaike nicht mehr durch spezielle Beleuchtung bei der abendlichen Marienprozession hervorheben. Vorausgegangen war die Einsetzung einer Arbeitsgruppe im April 2023, die über den Fortbestand der Kunstwerke an der Fassade der Rosenkranzbasilika beraten sollte.

Der renommierte slowenische Künstler Rupnik war wegen diverser Vorwürfe sexueller Belästigung und geistlichen Missbrauchs in Verruf geraten. Der Jesuitenorden und der Vatikan haben ihn mit Strafmaßnahmen belegt. Im Juni 2023 schloss der Jesuitenorden Rupnik zudem „wegen fortwährenden Ungehorsams“ aus, weil er Auflagen ignorierte. In Lourdes war Rupnik beauftragt worden, 2008 zum 150.

Jahrestag der dortigen Marienerscheinungen Mosaike zum Thema Rosenkranz für die Fassade der Basilika anzufertigen.

Lourdes

Lourdes ist einer der berühmtesten Wallfahrtsorte der Welt. In dem südfranzösischen Städtchen soll 1858 dem damals 14-jährigen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous (1844-1879) insgesamt 18 Mal Maria erschienen sein. Laut den Berichten des Mädchens wies die als "weiße Dame" und als "Unbefleckte Empfängnis" auftretende Gottesmutter sie an, Wasser aus einer Quelle zu trinken, Buße zu tun und "den Priestern zu sagen, hier eine Kapelle zu bauen und dass man hierher in Prozessionen kommen solle". 1862 wurden die Erscheinungen vom Ortsbischof, 1891 von Papst Leo XIII. anerkannt.

Madonnenstatue in Lourdes, Frankreich / © Ballygally View Images (shutterstock)