Das sagte er vor der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften am Donnerstag im Vatikan. Verbundenheit mit dem eigenen Volk, der Heimat und ihrer Kultur dürfe nicht zu Ausgrenzung und Hass gegen andere, Rassismus, Antisemitismus oder der Errichtung von Mauern führen.
Nationalismus drohe "bewährte Formen internationaler Zusammenarbeit" aufs Spiel zu setzen. Dies gefährde auch den Dialog und Austausch der Staaten in internationalen Organisationen, sagte Franziskus.
Anlass seiner Äußerungen war die Jahrestagung der Akademie für Sozialwissenschaften. Das Treffen von Mittwoch bis Freitag steht unter dem Thema "Nation - Staat - Nationalstaat".
Neues Nachdenken über den Nationalstaat gefordert
Der Papst verlangte vor dem Hintergrund der Migrationsfrage ein neues Nachdenken über den Nationalstaat. Alle Nationen seien aus der Integration von Zuwanderern entstanden, betonte er. Geeint von Werten, gemeinsamen kulturellen Ressourcen und Bräuchen spiegelten sie die Vielfalt der Menschheit wider. "Ein Staat, der nationalistische Gefühle in seinem eigenen Volk gegen andere Nationen oder Personengruppen schürte, käme seinem eigenen Auftrag nicht nach", sagte der Papst.