Man rechne mit bis zu 50.000 "Gläubigen und Touristen" aus dem In- und Ausland, sagte der Bürgermeister von San Fernando, Edwin Santiago, gegenüber philippinischen Medien. San Pedro Cutud ist ein Stadtteil von San Fernando.
Der katholische Erzbischof Socrates Villegas hatte sich vor dem Karfreitag kritisch über die lebensechten Kreuzigungen geäußert.
Besser Blutspenden gehen
"Warum geht ihr nicht zum Blutspenden zum Roten Kreuz, statt Blut auf den Straßen zu vergießen? Entscheidet euch für die Weitergabe des Lebens. Spendet Blut", zitierten philippinische Medien den Erzbischof. Die Philippinen sind neben dem kleinen Osttimor das größte mehrheitlich katholische Land Asiens. Rund 80 Prozent der Philippiner gehören der Kirche an.
Seit mehr als 50 Jahren lassen sich fromme Katholiken an "Maleldo", wie sie in San Pedro Cutud den Karfreitag nennen, an Kreuze nageln.
Mit kräftigen Hammerschlägen treiben als Römer verkleidete Männer den Jesusnachahmern die Nägel durch Hände und Füße. Als "offizieller" Jesus der Katholiken von San Pedro Cutud ließ sich an diesem Karfreitag Ruben Enaje zum 32. Mal ans Kreuz nageln. Mindestens neun weitere Männer wollten sich laut Medienberichten ebenfalls kreuzigen lassen.
Blutiges Ritual
Ausländern ist das blutige Ritual verboten, nachdem einige Ausländer dieses für unheilige Zwecke missbraucht haben. Am bekanntesten ist der Fall eines Japaners, der 1996 die Videoaufnahmen seiner Kreuzigung als Szenen für einen Pornofilm verwendete. Politikern ist es zudem verboten, den Maleldo in San Pedro Cutud zur Agitation für sich und ihre Parteien zu nutzen.
Den Kreuzigungen gehen bereits am Gründonnerstag Prozessionen von Flagellanten voraus, die sich mit Gerten und Peitschen den Rücken blutig schlagen.