In einem Land, "das behauptet, Rechtsstaatlichkeit zu wahren und das Recht auf freie Meinungsäußerung zu respektieren", gebe es keinen Platz für solche Grausamkeit und Unterdrückung, zitiert das Portal CathNews der Australischen Bischofskonferenz (Freitag) aus dem Aufruf.
Sydneys Erzbischof Anthony Fisher ist einer der zehn Bischöfen aus aller Welt, die die sofortige und bedingungslose Freilassung des prominenten Katholiken Lai fordern.
Weitere Unterzeichner sind die beiden Kardinäle Timothy Dolan aus New York und Baselios Cleemis Thottunkal, Oberhaupt der mit Rom verbundenen syro-malankarischen Kirche in Indien; ferner Bischöfe aus Irland, Litauen, Kanada, Nigeria und Großbritannien.
Katholischer Medienunternehmer und Demokratie-Aktivist
Lai verteidigt seit Jahren die Demokratie in Hongkong. Mit seiner 1995 gegründeten und inzwischen verbotenen Boulevardzeitung "Apple Daily" unterstützte er die Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone.
Im August 2020 wurde Lai unter dem Vorwurf der "Absprache mit ausländischen Mächten" und der "Verschwörung zum Betrug" verhaftet.
Lai wartet immer noch auf seinen Prozess, der im Dezember 2022 hätte beginnen sollen. Wegen der Frage, ob der in Großbritannien ansässige Anwalt Timothy Owen Lais Verteidigung übernehmen darf, wurde die Verhandlung vertagt.
Lai-Sohn befürchtet Tod seines Vaters im Gefängnis
Nach einer Intervention Pekings sind ausländische Anwälte von Verfahren über die nationale Sicherheit ausgeschlossen. Nach einer weiteren Vertagung im August soll der Prozess nun im Dezember beginnen.
Laut einem Bericht des katholischen Nachrichtenportals "CNA Deutsch" soll Jimmy Lais Sohn Sebastien gegenüber "Associated Press" seine Sorge um einen Tod seines immerhin 75-jährigen Vaters im Gefängnis ausgedrückt haben.
Der Nachrichtenagentur zufolge befände sich Jimmy Lai im Hongkonger Stanley-Gefängnis etwa 23 Stunden täglich in Einzelhaft und hätte lediglich Anspruch auf 50 Minuten Freilauf pro Tag in einem engen, mit Stacheldraht umzäunten Gehege.