Basilika Vierzehnheiligen

Luftaufnahme der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen in Bad Staffelstein (KNA)

Die Basilika Vierzehnheiligen befindet sich im gleichnamigen größten fränkischen Wallfahrtsort bei Bad Staffelstein. Einer Legende nach erschienen im Jahr 1446 dem Klosterschäfer Hermann Leicht die 14 Nothelfer. Sie baten darum, eine Kapelle für sie errichten zu lassen. Als noch im gleichen Jahr eine todkranke Magd nach Anrufung der 14 Nothelfer geheilt wurde, kamen immer mehr Hilfesuchende in den Gnadenort. 1448 stand die erste Kapelle. Erst 1738 legte Gottfried Heinrich Krohne erste Pläne für die heutige Kirche in Vierzehnheiligen vor. 

1742 lieferte dann Balthasar Neumann aus Würzburg († 1753) Pläne für die Klosterkirche Langheim und einen Ausführungsplan für die heutige Basilika Vierzehnheiligen, 1763 wurde der Rohbau vollendet. Der kurfürstliche Hofmaler Giuseppe Appiani aus Mainz malte die Deckengemälde und der Wessobrunner Künstler Johann Michael Feichtmayr aus Augsburg erschuf den Stuck und die Altäre. Nach 29-jähriger Bauzeit , am 14.09.1772, wurde die Basilika eingeweiht. 

Im Zuge der Säkularisation wurden jegliche  Wallfahrten 1803 verboten. Erst König Ludwig I. von Bayern erlaubte die Wallfahrten wieder und holte 1839 die Franziskaner zur Betreuung der Wallfahrt nach Vierzehnheiligen. 

Bei einem stürmischen Märzgewitter im Jahr 1835 brannten die Turmhelme und Dächer ab. Die Deckenfresken wurden dabei durch Feuchtigkeitsschäden ruiniert. Der Münchner Historienmaler Augustin Palme übermalte die Deckengemälde und Altarbilder im Nazarener Stil. 1897 wurde die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen zur päpstlichen Basilika erhoben. Von 1982-90 erfolgte eine Innenrestaurierung im Sinne der ursprünglichen Erscheinung unter P. Dominik Lutz. 2019 schließlich wurde der Glockenstuhl und das Geläut erneuert. 

Bis heute wird die Wallfahrtsstätte durch die Franziskaner betreut, seitdem König Ludwig I. von Bayern 1839 den Orden darum gebeten hatte. Viele Franziskaner haben in den letzten fast 200 Jahren hier gelebt und gewirkt. Derzeit leben insgesamt acht Franziskaner am Gnadenort Vierzehnheiligen. Zwei genießen die vollstationäre Pflege bei den Franziskusschwestern und wohnen in deren benachbartem Mutterhaus.

Die Kongregation der Franziskusschwestern wiederum machten vor ein paar Jahren Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass ihr Gründer, der italienische Priester Peter Natili (1842-1914), sich in den Jahren 1899 und 1900 wegen sexuellen Missbrauchs in vier Fällen vor dem Münchner Amtsgericht verantworten musste.

Nachforschungen hätten ergeben, dass Natili mindestens drei der damaligen Schwestern sowie eine verheiratete Frau, die er aus der Beichte kannte, sexuell missbraucht habe. Auch sei der Vorwurf im Raum gestanden, dass er selbst illegale Abtreibungen vorgenommen habe. "Obwohl das Gericht den Zeuginnen glaubte, kam es zu keiner Verurteilung. Natili wurde jedoch in seine Heimat Italien ausgewiesen", heißt es in einer Mitteilung des Ordens. Die Generaloberin Regina Pröls fügte hinzu, bisher seien keine weiteren Missbrauchsvorwürfe gegen Angehörige der Kongregation bekannt. Zugleich rief sie etwaige Betroffene dazu auf, sich bei den Missbrauchsbeauftragten ihres Ordens oder des Erzbistums Bamberg zu melden.

Der Ordensmann Peter Natili hatte um 1890 mit Krankenschwestern einen Verein für Krankenpflege gegründet. Bald schlossen sich die Schwestern zu einer Gemeinschaft zusammen und lebten nach einer von Natili verfassten Regel. Ab 1913 nannten sie sich Franziskusschwestern, 1921 wurde die Gemeinschaft im Erzbistum Bamberg als Diözesankongregation anerkannt. Nach eigenen Angaben hat der Orden derzeit weltweit 121 Mitglieder. Die 16 Konvente verteilen sich auf Deutschland, Peru und Indien. (dpa, Vierzehnheiligen 2023)

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