Vor allem geht es Pfarrer Koschig darum, Menschen, die nach dem Sinn fragen, „die mit dem, was sie vorfinden und was ihnen vorgesetzt wird, nicht zufrieden sind, zu begleiten und mit ihnen den ‚offenen Himmel‘ zu ent-decken.“ In einer Umgebung, in der die ganz überwiegende Mehrheit der Bevölkerung religiös nicht gebunden ist, reizen ihn besonders die Fragen von am Glauben Interessierten, die ihn immer neu herausfordern, über den Glauben so zu reden, dass es auch Nicht-Glaubende verstehen.
In Roßlau an der Elbe geboren, gehörten für ihn Gott, Glaube und Kirche selbstverständlich zum Familienalltag. Als Abiturient leitete er die Jugend-arbeit in der Gemeinde und betreute die Ministranten. Um Maschinenbau studieren zu können, absolvierte er den Grundwehrdienst von 18 Monaten in der Nationalen Volksarmee, machte dort aber negative Erfahrungen, die zu einem Umdenken führten. Magnus Koschig gab den Studienplatz zurück, studierte stattdessen Theologie in Erfurt und wurde 1988 in Magdeburg zum Priester geweiht.
Während seiner Zeit als Kaplan brachte er sich in die politische Wende ein, saß am Runden Tisch des Landkreises und war 1990 erst Beobachter bei den Volkskammerwahlen und dann Kreiswahlleiter bei den Kommunalwahlen. Ab September 1990 baute er an der Landespolizeischule und an der Fachhochschule der Polizei Sachsen-Anhalt den berufsethischen Unterricht auf. Seine weiteren beruflichen Stationen: Rektor am Jugendbildungshaus der Diözese in Roßbach bei Naumburg von 1992 bis 1993, dann Pfarrer in Quedlinburg und ab 2002 in Halle, von 2003 bis 2005 Ausbildung zum kirchlichen Organisationsberater in Köln und anschließend bis 2023 neben seiner Tätigkeit als leitender Pfarrer sowie elf Jahre als Dechant tätig in der Gemeindeberatung des Bistums. Nach mehreren Umstrukturierungen ist Magnus Koschig seit 2023 Geistlicher Moderator der zwei Pfarreien in Halle.