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Symbolbild Geld und Kirche
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24.06.2020

Bistum Eichstätt macht Plus und erwartet Minus "Rechenspiele" und Rückzahlungen

Das Bistum Eichstätt war in einen Finanzskandal um ungesicherte Darlehen verwickelt. In diesem Zusammenhang hat die Diözese nun eine neue Rückzalung erhalten. Ein Blick auf die Jahresabschlüsse offenbart derweil zwei Sichtweisen.

Das Bistum Eichstätt hat 2019 einen Jahresüberschuss von rund 1,6 Millionen Euro erzielt. Das sind etwa 200.000 Euro weniger als 2018, wie die Diözese am Mittwoch bei der Veröffentlichung der Jahresabschlüsse und Lageberichte von neun zentralen Rechtsträgern mitteilte.

Sie wurden außer für das Bistum für den Bischöflichen Stuhl, die Emeritenanstalt, das Domkapitel, das Priesterseminar und mehrere Stiftungen publiziert. Die Abschlüsse seien für große Kapitalgesellschaften "und damit nach den strengsten Standards" des Handelsgesetzbuchs (HGB) vorgelegt worden.

Deutliche finanzielle Einschnitte erwartet

Für 2020 erwartet das Bistum trotzdem deutliche finanzielle Einschnitte, wie Finanzdirektor Florian Bohn ankündigte. Schon im Februar hatte die Diözese über einen im laufenden Jahr erwarteten Fehlbetrag von 4,7 Millionen Euro informiert. Es folgten ein Einstellungsstopp und die Einschränkung des Bau-Etats. Corona verschärfe die Haushaltslage massiv, sagte Bohn. Generalvikar Michael Huber ergänzte, man erarbeite derzeit ein Konzept für künftige inhaltliche Schwerpunkte.

Die Bilanzsumme des Bistums lag 2019 laut Mitteilung bei 583 Millionen Euro (2018: 575 Millionen Euro). Das Eigenkapital der Diözese betrug demnach 396,3 Millionen Euro (2018: 394,6 Millionen Euro). An Einnahmen habe es 189,2 Millionen Euro gegeben.

Rund zwei Drittel davon machten Kirchensteuermittel mit 126,1 Millionen Euro aus - etwa 9,5 Millionen Euro mehr als 2018. Diese Entwicklung hänge mit dem interdiözesanen Finanzausgleich zusammen: Arbeitgeber führen die Kirchenlohnsteuer ihrer Angestellten an das Bistum ihres Sitzes ab; sie steht aber jenem zu, in dem die Kirchenmitglieder wohnen.

An Aufwendungen habe die Diözese 236,3 Millionen Euro verzeichnet - rund 60,5 Millionen Euro mehr als 2018. Das Bistum habe Mehrerträge genutzt, um mit 116,1 Millionen Euro über das Doppelte als geplant an Zuschüssen zu gewähren.

Die Mehrerträge resultierten im Wesentlichen aus der Neuaufstellung der Vermögensanlagen nach den 2019 überarbeiteten Anlagerichtlinien und der damit verbundenen Hebung stiller Reserven bei der Umschichtung in neue Anlageformen. Ein Großteil der Zuschüsse - rund 70 Millionen Euro - fließe in die Ruhestandsversorgung von Geistlichen.

Bistum Eichstätt verbucht im Finanzskandal neue Rückzahlung

Das Bistum Eichstätt hat unterdessen eine weitere Rückzahlung im Zusammenhang mit seinem Finanzskandal um ungesicherte Darlehen erhalten. Zuletzt seien nach der Einigung mit einem Immobilienentwickler rund 6 Millionen US-Dollar (5,3 Millionen Euro) geflossen. Dies teilte das Bistum am Mittwoch bei der Veröffentlichung der Jahresabschlüsse und Lageberichte von neun zentralen Rechtsträgern weiter mit.

Aus diesem Teil der diözesanen Investments entstehe dem Bistum nun dank eines vorteilhaften Wechselkurses kein finanzieller Schaden. Insgesamt habe das Bistum von den ausgeliehenen 60 Millionen US-Dollar rund 18 Millionen US-Dollar zurückerhalten.

Finanzdirektor Florian Bohn erklärte, es sei aktuell nicht vorhersehbar, wie viel vom offenen Betrag noch zurückkomme. Man müsse weiter von einem Minus in zweistelliger Millionenhöhe ausgehen. Finanztechnisch seien die Forderungen bereits abgeschrieben.

Skandal wurde von Bischof Hanke publik gemacht

Die auf Wirtschaftskriminalität spezialisierte Staatsanwaltschaft München II ermittelt seit Juli 2017 im Eichstätter Finanzskandal, auch gegen den früheren Finanzdirektor des Bistums. Ursprünglich wurden nur dessen früherem Stellvertreter und einem seiner Geschäftspartner in den USA unter anderem Untreue und Bestechung vorgeworfen. Diese beiden Männer saßen mehrere Monate in Untersuchungshaft. Bohn sagte dazu, zum Ermittlungsstand wisse er nichts Neues.

Das Bistum Eichstätt hat zwischen 2014 und 2016 Rücklagen in Höhe von fast 60 Millionen Dollar in hochriskante Darlehen für Immobilienprojekte in den USA gesteckt. Bischof Gregor Maria Hanke hatte den Skandal Anfang 2018 publik gemacht. Bei einer von ihm veranlassten Überprüfung der Vermögensverwaltung der Diözese unter Einschaltung externer Experten war das fragwürdige Gebaren ans Licht gekommen. Die Diözese zeigte ihren damaligen stellvertretenden Finanzdirektor an.

Als direkte Folge aus dem Skandal hat sie ihre Anlagerichtlinien überarbeitet. Die Investments werden nun von externen Dienstleistern verwaltet und regelmäßig geprüft.

(KNA)

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