Weihnachtsmarkt am Kölner Dom
Weihnachtsmarkt am Kölner Dom
Stadt- und Domdechant Robert Kleine
Domdechant Robert Kleine
Maria und Josef in der Kölner Domkrippe
Maria und Josef in der Kölner Domkrippe
Viel Getümmel: Wie auf einem Suchbild gibt es auch bei der Domkrippe immer Neues zu entdecken…
Viel Getümmel: Wie auf einem Suchbild gibt es auch bei der Domkrippe immer Neues zu entdecken…

17.11.2020

Domdechant Kleine über Christmetten und Krippen So wird Weihnachten im Kölner Dom

Der Kölner Dom hat sich auf den Ansturm an Weihnachten vorbereitet. Es werden nicht nur mehr Gottesdienste angeboten, sondern auch die berühmte Domkrippe bekommt einen Corona-konformen Standort.

DOMRADIO.DE: So ein Weihnachten hat es wohl noch nie gegeben. Wie ist denn bisher die Planung?

Robert Kleine (Kölner Dom- und Stadtdechant): Die aktuell geltenden Bestimmungen sagen, dass Gottesdienste stattfinden können und dass wir einen gewissen Mindestabstand brauchen. Das bedeutet im Dom: Wir haben 178 Sitzplätze, die schon seit einiger Zeit markiert sind. Familien können in einer Bank teilnehmen. So können bis zu 250 Gläubige einen Gottesdienst mitfeiern. Mit dieser Zahl planen wir.

Klar ist: An Weihnachten reicht die Christmette um 24 Uhr nicht aus, um die Nachfrage zu bedienen. Da wir nicht die Zahl der Besucher nicht erhöhen können, haben wir die Zahl der Gottesdienste erhöht. Das heißt: Heiligabend werden wir im Dom vier Christmetten feiern, um 18 Uhr, 20 Uhr, 22 Uhr und 24 Uhr. Die Letzte mit unserem Erzbischof. Die sind dann auch musikalisch gestaltet.

Wir kommen so auf 1000 Gläubige, die im Dom Heiligabend feiern können. Das ist immer noch deutlich weniger als in den letzten Jahren, aber wir gehen davon aus, dass wegen Corona einige Menschen an Weihnachten auch nicht zum Gottesdienst kommen, vor allem auch Auswärtige. So denken wir, dass zusammen mit den vielen anderen Gottesdiensten, die zusätzlich in der Innenstadt gefeiert werden, alle einen Platz bekommen, die das wirklich möchten.

DOMRADIO.DE: Feiern Sie denn viermal den gleichen Gottesdienst oder sind die dann unterschiedlich?

Kleine: Die sind unterschiedlich gestaltet. Es sind immer unterschiedliche Zelebranten, gibt also unterschiedliche Predigten. Die Christmetten um 22 Uhr und um 24 Uhr werden musikalisch von unseren Chören gestaltet. Bei den anderen werden Instrumentalisten mit dabei sein. Die Feier um 18 Uhr ist noch mehr auf Familien ausgestattet. Es werden auch unterschiedliche Fürbitten sein. Natürlich ist das Festgeheimnis und das Evangelium dasselbe, aber die musikalische Gestaltung, die wird sich unterscheiden.

DOMRADIO.DE: Bei der Christmette in Nicht-Corona-Zeiten, da gab es immer eine Einstimmung mit Weihnachtsliedern. Können Sie jetzt schon abschätzen, ob das in diesem Jahr überhaupt funktioniert?

Kleine: Das wird schwierig. Wir hatten den Dom immer rechtzeitig geöffnet. Da mussten auch 3.000 oder 3.500 Menschen hinein. Da gab es dann ein Vorprogramm. Jetzt müssen wir ja gucken: Wir haben Corona. Die Leute müssen aus dem Dom heraus – geordnet und mit Abstand. Und die Leute müssen zum nächsten Gottesdienst in den Dom hinein.

Das ganze Zeitfenster ist zwei Stunden lang. Wenn ich um 18 Uhr beginne, ist um 20 Uhr die nächste Messe. In diesen zwei Stunden muss ich die Messe würdig feiern: ein Hochamt zu Weihnachten. Dann müssen die Leute wieder aus dem Dom heraus. Wenn die einen rausgegangen sind, kommen die Nächsten rein. Das werden Abläufe sein, die ungefähr eine halbe Stunde dauern.

Deshalb werden wir vielleicht etwas Orgelmusik machen können, während die Leute hineinkommen. So können wir dann pünktlich, wenn alle da sind, mit dem Gottesdienst beginnen.

DOMRADIO.DE: Da darf die Predigt nicht zu lang werden...

Kleine: Auch das gilt. (lacht) Das haben wir auch allen Zelebranten gesagt. Am ersten und zweiten Weihnachtstag sind die Messen ganz regulär im Dom – da haben wir keine zusätzlichen Gottesdienste. Auch da gilt immer: Wir dürfen nicht so lange machen, dass ein geordnetes Hinausgehen und ein geordnetes Hineinkommen nicht möglich sind. Aber da haben wir ja schon Erfahrung aus den letzten Wochen und Monaten. Das kann gut gelingen.

DOMRADIO.DE: Sind Sie im Kölner Dom auch auf den Fall vorbereitet, dass öffentliche Gottesdienste mit Gläubigen nicht mehr möglich wären?

Kleine: Wir sind in einer gewissen Weise darauf vorbereitet, dass die Gottesdienste im DOMRADIO und auf DOMRADIO.DE übertragen werden. Gestreamt wird dieses Jahr ja auch die 18 Uhr Messe, für die, die nicht in einen Gottesdienst kommen können oder ihn nicht vor Ort besuchen möchten. Das wäre in jedem Fall gewährleistet. Aber mehr Gedanken machen wir uns da noch nicht.

Natürlich würde der Gottesdienst in jedem Fall stattfinden - dann ohne Gläubige vor Ort. Aber wir gehen fest davon aus und rechnen damit, dass es durch die Vernunft der Menschen nicht zu einem totalen Lockdown kommt. Dann können wir immer unter der absoluten Einhaltung der Schutzbestimmungen die Gottesdienste öffentlich feiern.

DOMRADIO.DE: Eine Sache darf an Weihnachten im Kölner Dom auf gar keinen Fall fehlen: die Krippe. Was passiert damit?

Kleine: Wir haben mehrere Krippen im Dom: eine alte Krippe mit drei Figuren, also nur das Jesuskind, Maria und Josef. Die wird immer im Dom aufgebaut. Dann haben wir die moderne Heiermann-Krippe, die ja auch Szenen aus dem Alltagsleben darstellt. Die ist ganz begehrt. Das ist fast wie ein Wimmelbild. Man kann viel entdecken. Aber wenn Sie da schon einmal waren, da wissen Sie, dass da immer sehr viele Menschen gucken. Da können wir unter Corona nicht gewährleisten, dass da irgendeiner den Mindestabstand einhält.

Deshalb müssen wir uns leider in diesem Jahr von der Krippe verabschieden. Aber wir werden sie trotzdem aufstellen und zwar im sogenannten Kurienhaus, wo früher die Buchhandlung Kösel war und jetzt das Domforum für einige Zeit. In den Schaufenstern werden wir schon vom ersten Advent an einige Szenen präsentieren. Da wird man dann auch schon im Rahmen eines Krippenweges das Jesuskind sehen.

Es gibt dann keine Öffnungszeiten wie im Dom. Hier kann man auch Abends, wenn es schön ruhig ist, sich die beleuchtete Krippe angucken: die Hirten und die drei Könige.

Das Interview führte Dagmar Peters.

(DR)

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