Die Domkantorei Köln
Die Domkantorei Köln

31.05.2018

Die Domkantorei in Norwegen Trikottausch im Nidarosdom

Wer zusammen musziert, versteht sich auch "ziemlich, ziemlich gut": Nach einer knappen Woche kommt die Domkantorei Köln von einer Tour durch Norwegen zurück, auf der sie viel Unerwartetes erleben durfte.

Konzertreisen hat die Domkantorei Köln in ihrer über 20-jährigen Geschichte schon einige unternommen, aber diese Fahrt nach Norwegen kann ohne Übertreibung als ein ganz besonderes Erlebnis bezeichnet werden. Und das liegt nicht nur am unerwartet guten Wetter, das die 30 Sängerinnen und Sänger im eher als kühl bekannten Norwegen empfing.

Bei fast 30°C wurde nicht nur die Hauptstadt Oslo mit dem schönen Hafen und ihrem Oslo-Fjord erkundet, sondern auch die Situation der katholischen Gemeinden vor Ort. "Wir sind als Katholiken keine Gäste, wenn wir irgendwo in die Kirche gehen, sondern immer auch zuhause", fasst Chorleiter Winfried Krane das Wesen einer jeden Chorreise zusammen. Selbstverständlich werden also neben Konzerten auch Gottesdienste in den besuchten Pfarreien mitgestaltet.

Guter Kontakt zu Katholiken vor Ort

Erste Station ist St. Olav, die Kathedrale des Bistums Oslo, dem größten von drei Bistümern in ganz Norwegen. Von außen wie innen erinnert sie eher an eine gewöhnliche Pfarrkirche im ländlichen Bereich eines deutschen Bistums.

"Wir haben sonntags bis zu 15 Messen in den beiden Osloer Kirchen und die sind fast immer voll!" sagt Øystein Lund, Kaplan an der Osloer Bischofskirche nicht ohne Stolz. In Norwegen sind zwar nur etwa 4% der Bevölkerung katholisch, diese sind dafür aber in den Pfarreien sehr aktiv und besuchen auch regelmäßig den Gottesdienst. Kontaktfreudig sind sie zudem – beim Empfang nach dem Konzert sind viele der Kölner Sängerinnen und Sänger mit ihren Kolleginnen und Kollegen vom Osloer Domchor und der Gemeinde ins Gespräch vertieft. Von skandinavischer Unterkühlung ist hier nichts zu spüren.

Aus allen Teilen der Erde

Ein ähnliches Bild bietet sich am nächsten Abend in St. Hallvard. Gottesdienst und Konzert fallen zwar nach langem Fußmarsch durch ein schwülwarmes Oslo und die doch recht stickige Luft im 60er-Jahre Ziegelbau der Pfarrkirche recht schwer, aber die Herzlichkeit der Menschen vor Ort lässt das schnell vergessen. Die katholische Kirche Norwegens lebt zum Großteil von Emigranten aus allen Teilen der Erde. Das wird nicht nur durch den vietnamesischen Pastor der Gemeinde deutlich. Einige Gemeindemitglieder kommen auch aus Deutschland und Österreich und freuen sich auf einen Austausch mit Menschen aus der alten Heimat.

Konzertpremiere in Trondheimer Bischofskirche

Mit dem Zug geht es dann ins 500 km entfernte Trondheim. Auch hier ist die katholische Kirche zwar klein, aber sehr aktiv und wachsend. Nachdem die Bischofskirche St. Olav für die Anzahl der Gläubigen zu klein geworden war, hat man mithilfe deutscher Hilfswerke einen Neubau realisieren können, der im November 2016 geweiht wurde.

Viele Chöre haben sich seitdem für ein Konzert in dieser Kathedrale aus hellem Backstein beworben, wurden aber immer abgelehnt, wie Per Albert Vold, Rendant der Diözese, erzählt. "Wir wollten einen geistlichen Chor für das erste Konzert und es ist so schön, dass nun die Domkantorei Köln kommen konnte und dieses Konzert gegeben hat."

Neben dieser Ehre hat das Konzert aber auch eine große emotionale Komponente. Einige der Zuhörer haben Tränen in den Augen. Für Sängerin Vivien Kohlhaas ein besonderes Erlebnis, weil "ich das Gefühl habe, dass die Emotionen, die wir versuchen zu transportieren, auch bei den Menschen ankommen."

Gemeinsames Konzert der Kathedralchöre

Unbestrittener Höhepunkt der Reise ist für alle Beteiligten jedoch das gemeinsame Konzert im Nidarosdom zu Trondheim mit dem dortigen Domchor. Diese Kathedrale ist überregional als das Zentrum der lutherischen Kirche Norwegens bekannt und der Domchor gehört zu den profiliertesten geistlichen Chören Skandinaviens.

Während dieser moderne Werke skandinavischer Komponisten zu Gehör bringt, setzt die Domkantorei mit geistlichen Motetten alter Meister und gemäßigter Moderne ein Gegengewicht. Gemeinsam musizieren beide Chöre zwei Motetten von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Trikottausch

"Ich finde, das ist eine wichtige Verbindung, dass die Chöre von den Kathedralen so in Kontakt bleiben und zusammen etwas machen", freut sich Karen Haugom Olsen, die Leiterin des Domchores in Trondheim und ergänzt: "Weil wir so weit nördlich sind, ist es extra wichtig, Kontakt zu halten mit Europa."

Dass dieser Kontakt auch an einem solch ehrwürdigen Ort recht ungezwungen zustande kommen kann, zeigt sich nach dem Konzert. Domkantorei-Sänger Claudius Gatzweiler tauscht mit seinem Trondheimer Bass-Kollegen die Trikots – also die Gewänder – ganz im Sinne der anstehenden Fußball Weltmeisterschaft. Für Gatzweiler ist klar: "Wenn die Norweger und die Deutschen einmal zusammen Musik machen, dann verstehen sie sich doch ziemlich, ziemlich gut."

Marcel Buckan
(DR)

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