Auf dem katholischen Tagungshaus auf der Bodenseeinsel Reichenau ist jetzt im Zuge der Photovoltaik-Initiative des Erzbistums Freiburg die erste große Solaranlage ans Netz gegangen.
Die Investitionskosten lagen bei 110.000 Euro, die Anlagenleistung beträgt rund 100 Kilowattpeak, wie das Bistum am Montag mitteilte.
Damit sollen jährlich rund 100.000 Kilowattstunden Sonnenstrom erzeugt werden. Aktuell seien bistumsweit 60 weitere PV-Anlagen auf den Dächern kirchlicher Gebäude in Planung. Bis Jahresende sollen 45 in Betrieb gehen.

Für die Planung, den Bau und den Betrieb der Photovoltaik-Anlagen hat das Südwestbistum eine eigene Betreibergesellschaft gegründet. Der PV-Ausbau wird vollständig aus dem Klimafonds des Erzbistums finanziert. In den 2021 mit Kirchensteuergeldern aufgelegten Fonds fließen aktuell jährlich rund zehn Millionen Euro; davon sind 80 Prozent für das Photovoltaik-Programm reserviert. Bis 2035 sollen so insgesamt 120 Millionen Euro in den Solarausbau gehen.
Bundesweites Interesse am Konzept
Das Konzept sieht vor, dass die Kirchengemeinden, die ihre Dächer für die Anlagen zur Verfügung stellen, selbst keinen direkten finanziellen Vorteil haben und auch den auf ihren Dächern produzierten Sonnenstrom nicht selbst nutzen können. "Die Erlöse aus dem Stromverkauf fließen wieder an die Betreibergesellschaft zurück, die sie in die nächsten PV-Anlagen investiert", erläutert Projektleiter Peter Schalk.
Laut den Planern haben auch das Nachbarbistum Rottenburg-Stuttgart sowie die evangelische Landeskirche Baden ähnliche Projekte gestartet. Auch gebe es bundesweit weitere Anfragen.
Die Photovoltaik-Initiative steht im Zusammenspiel der weiter gefassten kirchlichen Umwelt- und Klimaschutzprogramme. So sollen bis Ende der 2030er Jahre die kirchlichen Gemeinden und Einrichtungen rechnerisch klimaneutral arbeiten. Beispielsweise durch klimafreundliche Heizungen, Gebäudesanierungen und den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel, Rad und E-Autos.