Islamischer Fastenmonat Ramadan fällt teils in christliche Fastenzeit

30 Tage Enthaltung

Das Fasten im neunten Monat des islamischen Kalenders ist für Muslime eine religiöse Pflicht. Diesmal überschneidet sich der Ramadan zu Teilen mit dem christlichen Fasten vor dem Osterfest.

Ramadan / © Mrs_ya (shutterstock)

Am Karnevalssamstag beginnt der islamische Fastenmonat Ramadan. 30 Tage lang sollen Muslime und Musliminnen dann von der Morgendämmerung bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken, aber auch auf Rauchen und Geschlechtsverkehr verzichten. 

Ihre Enthaltsamkeit soll die Gläubigen daran erinnern, dass die spirituellen und ethischen Lehren des Islams einen höheren Stellenwert haben als die eigenen Bedürfnisse: das Gebet und die Hingabe an Gott, die Solidarität mit Armen und Schwachen und das Wirken für die Mitmenschen. So gilt der Ramadan auch als Monat der guten Taten, der Versöhnung und der Familie.

Eine der fünf Säulen des Islam 

Das Fasten, arabisch "saum", geht auf den Koran zurück und ist eine der fünf "Säulen des Islam", neben dem Glaubensbekenntnis, den täglichen rituellen Gebeten, dem Almosengeben und der Wallfahrt nach Mekka. Der Fastenmonat erinnert daran, dass nach islamischem Glauben die Offenbarung des Korans durch den Erzengel Gabriel an den Propheten Mohammed im Ramadan begann.

Nicht alle der weltweit rund zwei Milliarden Muslime müssen fasten. Ausgenommen von der Fastenpflicht sind Kinder bis zur Religionsmündigkeit, also etwa 14 Jahre, ebenso Alte, Kranke, Schwangere, stillende Mütter und Reisende.

Rituale geben Fastenzeit Struktur

Mit dem "Iftar", dem gemeinsamen Abendessen im Kreis der Familie, wird das Fasten täglich beendet. Oft folgen spezielle Gebete ("Tarawih") in den Moscheen oder die Lesung aus dem Koran, der dafür eigens in 30 Abschnitte unterteilt ist.

Ein Mann und eine Frau sitzen am Esstisch beim Iftar, der gemeinsamen Mahlzeit nach Sonnenuntergang im muslimischen Fastenmonat Ramadan, am 22. April 2022 in Berlin. / © Jannis Chavakis (KNA)
Ein Mann und eine Frau sitzen am Esstisch beim Iftar, der gemeinsamen Mahlzeit nach Sonnenuntergang im muslimischen Fastenmonat Ramadan, am 22. April 2022 in Berlin. / © Jannis Chavakis ( (Link ist extern)KNA )

Der Ramadan endet mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens, arabisch 'Id al-Fitr, im Türkischen ramazan bayram. Es beginnt am 30. März. 

Die Bräuche, etwa Geschenke für die Kinder und Besuche bei Verwandten, erinnern teils an das Weihnachtsfest.

Fastenwochen überschneiden sich

Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondjahres, das rund 11 Tage kürzer ist als das Sonnenjahr. Deshalb wandert der Fastenmonat rückwärts durch die Jahreszeiten. 

In diesem Jahr überschneiden sich deshalb die Fastenwochen der Muslime zu Teilen mit dem christlichen Fasten vor Ostern. Die christliche Fastenzeit beginnt unmittelbar nach Karneval, am Aschermittwoch (5. März). Der Ostersonntag fällt diesmal auf den 20. April.

Islamischer Fastenmonat Ramadan

Für Muslime ist das Fasten, das jeweils im neunten Monat des islamischen Mondjahres stattfindet, eine der fünf Säulen ihrer Religion neben dem Pilgern nach Mekka, den täglichen Gebetszeiten, dem Glaubensbekenntnis zu Allah als einzigem Gott und dem Almosengeben. Auf das Ende des Ramadan folgt das dreitägige Fest des Fastenbrechens, arabisch 'Id al Fitr.

Viele gläubige Muslime verzichten im Fastenmonat Ramadan für vier Wochen tagsüber auf Genussmittel, Essen und Trinken / © Drazen Zigic (shutterstock)
Viele gläubige Muslime verzichten im Fastenmonat Ramadan für vier Wochen tagsüber auf Genussmittel, Essen und Trinken / © Drazen Zigic ( (Link ist extern)shutterstock )