Königliche Kunstaktion lockt ins Pilgerzentrum Rom

"Echte Pilger der Hoffnung"

Die Holzkönigskulpturen von Diakon Ralf Knoblauch sind mittlerweile auf der ganzen Welt unterwegs. Zum Heiligen Jahr gibt es nun eine königliche Kunstaktion in Rom, bei der auch die Figuren des Diakons einen Platz finden.

Königsfigur von Ralf Knoblauch / © Harald Oppitz (KNA)

DOMRADIO.DE: Haben Sie die Holzkönigskulpturen von Ralf Knoblauch nach Rom getragen und stellen sie dort aus? Oder geht es dort eher um ein Buch, mit dem Sie die Entstehung der Königsgeschichten erzählen?

Cornelia Steinfeld / © Cornelia Steinfeld (privat)
Cornelia Steinfeld / © Cornelia Steinfeld ( privat )

Cornelia Steinfeld (Dipl. Grafik-Designerin und Co-Initiatorin der Kunstaktion in Rom): Im Prinzip machen wir beides, beziehungsweise wir kombinieren das. Wir haben 19 Skulpturen von Königinnen und Könige nach Rom getragen und wir haben auch ein Buch zu diesen Figuren gemacht. Das verbindet sich in unserer Aktion. 

Diese Königsfiguren sind für uns echte Pilger der Hoffnung, denn inzwischen gibt es tausend Skulpturen, die auf der ganzen Welt unterwegs sind und für die Menschenwürde eintreten. Man kann sich die Figuren anschauen. Sie sind ganz unterschiedlich, wie wir Menschen auch. Es gibt große, kleine, dicke und dünne Figuren aus dunklem und hellem Holz. Jede Figur hat eine Krone dabei. Manche tragen sie auf dem Kopf, andere haben sie in der Hand oder auch ganz abgelegt. Manchmal müssen wir uns als Menschen auch unserer eigenen Würde wieder selbst bewusst werden. 

Cornelia Steinfeld

"Die Augen sind immer geschlossen, sie scheinen in sich selbst zu ruhen und fordern Betrachterinnen und Betrachter auf, in sich selbst hineinzuhorchen und auf die eigene Würde zu achten".

DOMRADIO.DE: Was machen denn diese pilgernden Könige mit Menschen? 

Steinfeld: Die häufigste Antwort, die wir hören, ist, dass die Könige einen tief im Inneren berühren. Das mag daran liegen, dass sie eine sehr große Ruhe ausstrahlen. Die Augen sind immer geschlossen, sie scheinen in sich selbst zu ruhen und fordern Betrachterinnen und Betrachter auf, in sich selbst hineinzuhorchen und auf die eigene Würde zu achten. Da gibt es auch viele Menschen, die mit den Skulpturen in einen Dialog treten. Zuerst hört der König nur zu, aber dann scheint er auch wirklich Antworten bereit zu haben.

Diakon Ralf Knoblauch neben seinen Königsskulpturen / © Hilde Regeniter (DR)
Diakon Ralf Knoblauch neben seinen Königsskulpturen / © Hilde Regeniter ( DR )

DOMRADIO.DE: Was für Geschichten stehen denn in dem Buch drin, das Sie heute vorstellen? 

Steinfeld: In dem Buch findet man über 30 Geschichten von Menschen, die mit den Königinnen und Königen unterwegs waren. Sie haben mit ihnen gearbeitet, sie sind mit ihnen verreist oder sie haben sie in deren Alltag platziert. Eine schöne Geschichte ist zum Beispiel die Geschichte von einer Pilgerin, die hektisch ihre Tasche für ihre Reise gepackt hat. Sie ist in einen inneren Dialog mit dem König getreten. Er sagte, dass sie zur Ruhe kommen soll und erinnerte sie daran, worauf es wirklich ankommt. 

Es gibt noch eine andere schöne Geschichte von einer Ärztin, die im Ausland arbeitet. Sie erzählt, wie der König berührende Momente mit den Patienten geschaffen hat, die sie da vor Ort versorgt hat. Am Ende hat einer der Patienten ihrem kleinen König auch eine selbstgemachte Halskette geschenkt, die er von nun an trägt. All diese Geschichten werden von Fotos begleitet, die dann passend immer zur Geschichte die Könige zeigen.

Cornelia Steinfeld

"Hoffentlich werden sie vielen Menschen Hoffnung schenken".

DOMRADIO.DE: Das Ganze beginnt an diesem Dienstag und ist eine Vernissage. Da gibt es auch eine Verleihung von Königen an Botschafterinnen der Hoffnung. Wer kriegt das und wie läuft das ab? 

Steinfeld: Es werden viele Leute kommen. Wir werden natürlich über die Königinnen und Könige und ihre Botschaft sprechen. Wir werden von Schülern und Schülerinnen der Deutschen Schule aus Rom Musik hören. Dann werden wir zehn der neunzehn Skulpturen an verschiedene Orte in Rom aussenden, die ganz unterschiedlich sind: Von der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl bis hin zu einer Station, wo Obdachlose ihr Essen bekommen, werden die Könige mitgenommen und werden ihre Wege hier in Rom finden. Hoffentlich werden sie vielen Menschen Hoffnung schenken.

Vorbereitung der Ausstellung mit den Königsfiguren von Ralf Knoblauch im Pilgerzentrum Rom: (v.l.n.r.) Cornelia Steinfeld, Andreas Thelen-Eiselen (Bistum Trier) und Martin Ramb (Bistum Limburg) / © Andreas List (privat)
Vorbereitung der Ausstellung mit den Königsfiguren von Ralf Knoblauch im Pilgerzentrum Rom: (v.l.n.r.) Cornelia Steinfeld, Andreas Thelen-Eiselen (Bistum Trier) und Martin Ramb (Bistum Limburg) / © Andreas List ( privat )

DOMRADIO.DE: Was ist das Hoffnungsbuch? 

Steinfeld: Begleiten wird die Königinnen und Könige ein leeres Buch, in dem dann die Besucherinnen und Besucher, die mit den Königen in Kontakt kommen, aufschreiben können, was ihnen Hoffnung gibt oder worauf sie hoffen. Am Ende der Aktion sammeln wir diese Bücher wieder ein und schauen und überlegen, was wir daraus noch machen können.

Cornelia Steinfeld

"Wir hoffen alle darauf, dass der Papst sich bis dahin weiter erholt und dass man ihm einen der Könige überreichen kann".

DOMRADIO.DE: Die Aktion soll am 10. Oktober enden, auch im Rahmen der Malteser-Behindertenpilgerfahrt in den Petersdom. Was planen Sie da? 

Steinfeld: Die jetzige Aktion wird durch die Bistümer Limburg und Trier veranstaltet. Zum Abschluss organisieren die Malteser, die auch mit von der Partie sind, wie in jedem Jahr eine Wallfahrt für körperbehinderte Menschen aus ganz Deutschland. Dieses Jahr werden bei dem Höhepunkt der Audienz beim Heiligen Vater die 19 Könige von den Menschen mitgenommen. Wir hoffen alle darauf, dass der Papst sich bis dahin weiter erholt und dass man ihm einen der Könige überreichen kann. 

Das Interview führte Uta Vorbrodt.

Königsfiguren von Künstler Ralf Knoblauch zum Heiligen Jahr in Rom

Royale Gäste zum Heiligen Jahr in Rom: Die Königsfiguren des deutschen Bildhauers und Theologen Ralf Knoblauch sind bis Ende April im Deutschen Pilgerzentrum zwischen Engelsbrücke und Stadtzentrum zu sehen. Bei der Ausstellung "Kunst - Hoffnung - Aufbruch" sollen die hölzernen Königinnen und Könige gemäß dem Motto des katholischen Festjahres "Pilger der Hoffnung" sein, so die Bistümer Limburg und Trier als Initiatoren des Projekts, zu dem auch ein "Impulsbuch" mit Fotos und Begleittexten erscheint.

Ralf Knoblauch / © Harald Oppitz (KNA)
Quelle:
DR

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