Spanische Bischöfe fordern von Politik mehr Schutz der Familien

Gegen demografischen Wandel

Weniger Kinder und eine alternde Gesellschaft. Spaniens Bischöfe sehen Ehe und Familie als Schlüssel zur Wende. Vor allem die Mutterschaft sei eine besondere Berufung, schreiben sie und nehmen die Politik in die Pflicht.

Familie mit Kind / © Ground Picture (shutterstock)

Mit Blick auf den Rückgang der Geburtenrate in westlichen Ländern sehen die spanischen Bischöfe Handlungsbedarf. Wie das private katholische Mediennetzwerk CNA/EWTN am Sonntag berichtete, fordern die Bischöfe in ihrer Botschaft zum Tag für das Leben (Dienstag) öffentliche Maßnahmen zum Schutz von Familien.

Laut CNA halten sie die Förderung eines günstigen wirtschaftlichen und sozialen Umfelds, damit junge Menschen stabile Familien gründen können, für entscheidend. Gerade im "demografischen Winter" sei es wichtig, "eine Kultur zu fördern, die die eheliche Liebe als Grundlage des Lebens wertschätzt", so die Bischöfe. Diese soll eine Mitverantwortung aller Bereiche fördern, "damit jede Familie zum Gemeinwohl beitragen und die demografische Krise bewältigen kann", fügten sie hinzu.

"Licht der Hoffnung"

Die Bischöfe bezeichneten christliche Eheleute, die "an eine hoffnungsvolle Liebe glauben, die über die Sehnsucht und den unmittelbaren Komfort hinausgeht und in der Kinder eine Hoffnung für die Zukunft sind" als "Licht der Hoffnung".

Mutterschaft sei allerdings nicht nur ein biologischer Akt, sondern eine Berufung. Daher "sollte sich die öffentliche Politik darauf konzentrieren, das Wohlergehen der Mütter zu gewährleisten und ihnen die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen, damit sie ihre Mutterschaft leben können, ohne sich allein oder überfordert zu fühlen", so die spanischen Bischöfe.

Alleinerziehende weiter am stärksten von Armut bedroht

Alleinerziehende Familien sind laut einem Bericht der Bertelsmann-Stiftung nach wie vor die am stärksten von Armut betroffene Familienform in Deutschland. Daran habe sich seit Jahren nichts geändert, heißt es in der am Dienstag in Gütersloh veröffentlichten Analyse. Demnach waren im vergangenen Jahr fast 700.000 alleinerziehenden Familien armutsgefährdet. Das sind 41 Prozent. Bei Paarfamilien waren es zwischen 8 Prozent (bei einem Kind) und 30 Prozent (bei drei und mehr Kindern).

Alleinerziehende: Besonders armutsgefährdet  / © Marcel Kusch (dpa)