Der Katholikentag 2022 im Mai in Stuttgart soll ein Forum für gesellschaftspolitische Debatten werden. Zentrale Themen seien beispielsweise die ungleich verteilten Belastungen der Corona-Pandemie, Russlands Krieg gegen die Ukraine sowie Gewalt und Populismus in Deutschland, sagte die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, im Interview der Zeitschrift "Herder Korrespondenz" in Ausgabe Mai. Mit Sorge sehe sie eine "Zunahme von Rechtspopulismus, Radikalismus und Antisemitismus" in Deutschland. "Die Gefährdung der Demokratie beunruhigt uns Katholiken", so Stetter-Karp.
Der Katholikentag wird gemeinsam von ZdK und dem gastgebenden Bistum Rottenburg-Stuttgart organisiert. Vom 25. bis 29. Mai werden mehrere Zehntausend Christen in der baden-württembergischen Landeshauptstadt erwartet.
Die ZdK-Präsidentin sagte, beim Katholikentag stünden auch die Fragen und Reformvorschläge des laufenden Dialogprozesses Synodaler Weg auf der Tagesordnung. Sie sprach sich erneut dafür aus, den Gesprächsprozess künftig dauerhaft zu verankern, etwa mit einem "Synodalrat". Noch sei es aber zu früh, über Details zu sprechen. Im Blick auf internationale Kritik an den Reformgesprächen der katholischen Kirche in Deutschland strebt Stetter-Karp direkte Gespräche des Synodaler-Weg-Präsidiums mit dem Vatikan an: "Ich hoffe, dass der Termin bald zustande kommt."