Thema des Treffens war in erster Linie die Rolle der Laien in den jeweiligen Landeskirchen, über deren Bedeutung, Bewegungen und Charismen in Polen Vertreter des polnischen Ablegers der Katholische Aktion ("Akcja Katolicka w Polsce") die ZdK-Delegation unter Leitung von Präsidentin Irme Stetter-Karp aufklärten.
Scharfe Kritik polnischer Laien an Synodalem Weg in Deutschland
Die Vertreter der Katholischen Aktion in Polen und ihre Präsidentin Urszula Furtak übten aber auch scharfe Kritik an dem Synodalen Weg in Deutschland. In Deutschland habe man, wie es in einer Pressemitteilung der Katholischen Aktion heißt, "die Forderungen von Papst Franziskus abgelehnt und einen eigenen Synodalen Weg beschritten".
Der Synodale Weg Deutschlands entziehe sich durch seine Beschlüsse der formalen Rechenschaftspflicht, übe aber in der Praxis dennoch "Druck auf das gesamte kirchliche Milieu in Deutschland" aus. Zudem räume er mit den Zeichen der Zeit einem Begriff einen wichtigen Platz ein, "der unklar ist und unterschiedlich interpretiert wird".
"Deutscher Weg" fuße trotz hehrer Ziele nicht auf dem Evangelium
Zudem erinnerte die Katholische Aktion in Polen an die Erklärung des Heiligen Stuhls, die dem Synodalen Weg verbot, Bischöfe und Laien zu verpflichten, neue Entscheidungen in Glaubens- und Sittenfragen zu akzeptieren. Schließlich seien in Deutschland "nicht alle mit dem Synodalen Weg einverstanden, da sie der Meinung sind, dass er nicht zu einer echten Erneuerung führe und den Kern der Glaubenskrise auslasse".
Die polnischen Laienvertreter sehen darüber hinaus die Gefahr, dass der deutsche Synodale Weg sich über die Bischöfe zu stellen versuche und die Einheit der Kirche gefährden könnte. "Trotz des hehren Ziels, das christliche Zeugnis zu stärken", schließt die Pressemitteilung, "baut der deutsche Weg nicht auf dem Evangelium auf und steht oft im Widerspruch zu den Grundsätzen des Glaubens".
Katholische Aktion Polens steuerte Überlegungen zur Weltsynode bei
Die von den Päpsten Pius X. und Pius XI. geförderte Laienbewegung Katholische Aktion ist nicht nur in Polen, sondern vor allem in Italien und Österreich aktiv. In Polen steuerte die Katholische Aktion wie das Zentralkomitee der deutschen Katholiken Überlegungen zur von Papst Franziskus einberufenen Weltbischofsynode bei.
Weil sich das katholische Verbandswesen in Deutschland vergleichsweise früh entfaltete, entstand dort entgegen vatikanischer Werbung keine Katholische Aktion, wohingegen die Bezeichnung vorübergehend als Sammelbegriff für Laienbewegungen in den Sprachgebrauch Eingang fand.