In einem am Mittwoch verbreiteten Interview mit dem konservativen spanischen Portal "Infovaticana" sagte der argentinische Erzbischof Victor Fernandez, wenn eine solche Segnung so gestaltet sei, dass sie keine Verwirrung bezüglich des wesentlichen Unterschieds zu einer Ehe von Mann und Frau stifte, dann müsse man sie prüfen und bestätigen.
Es gebe nichts Vergleichbares zu einer Ehe von Frau und Mann, die wegen der Differenz der Geschlechter in der Lage sei, neues Leben hervorzubringen, betonte Fernandez.
Themen wie Frauenweihe waren für ihn nicht wichtig
Der argentinische Theologe, der nach dem Willen von Papst Franziskus im September das Amt des obersten Glaubenshüters im Vatikan übernehmen soll, äußerte sich in dem Interview auch zum Reformprojekt Synodaler Weg in Deutschland.
Er räumte ein, dass er sich als Erzbischof von La Plata wenig mit kircheninternen Streitfragen befasst habe. Zwar zögen die Deutschen immer viel Aufmerksamkeit auf sich, aber bei seiner Ausübung des Bischofsamtes seien weder die Sorge um die Frauenweihe noch vergleichbare Themen wichtig gewesen.
Nun aber gehöre es zu seinen Aufgaben, sich darüber zu informieren, zuzuhören, zu sprechen, sich zu beraten. Auf den ersten Blick könne er sich nicht vorstellen, dass es an der deutschen Debatte nicht auch etwas Gutes gebe.
Die Lehre kann sich nicht ändern, das Begreifen schon
Sein Vorgänger, der spanische Kardinal Luis Ladaria, habe einmal gesagt: "Es wäre gut, wenn uns irgendein Häretiker mal dazu zwingen würde, unseren Glauben weiter zu vertiefen." Er selbst glaube, dass die Fragestellung "uns irgendetwas Gutes bringen wird, auch wenn es nötig sein könnte, die Dinge zu reinigen, sie genauer zu fassen und sie reifen zu lassen".
Auf die Frage, ob die kirchliche Lehre sich ändern könne, antwortete Fernandez, die Lehre an sich ändere sich nicht, sie sei definitiv das unergründliche und unveränderliche Geheimnis der in Christus ausgedrückten Dreifaltigkeit.
Dem sei nichts hinzuzufügen. Etwas anderes sei das Begreifen dieser Lehre, das habe sich verändert und werde sich weiter verändern.
Persönlicher Stil und Orientierung an Papst Franziskus
Zu seiner künftigen Arbeit als Glaubenspräfekt erklärte Fernandez, er habe den Mitgliedern der Behörde, die er demnächst leiten werde, einen Brief geschrieben. Darin habe er seine Bewunderung für den Vorgänger Ladaria betont und zugleich angekündigt, dass er die Behörde in seinem eigenen Stil leiten werde.
Bevor er Entscheidungen treffe, werde er erst einmal zuhören. Und er werde sich an dem orientieren, was Papst Franziskus ihm im veröffentlichten Begleitschreiben zu seiner Ernennung mit auf den Weg gegeben habe.