Berufungspastoral Köln bietet Orientierungsjahr für junge Menschen an

"Ein Raum für Fragen"

Wie geht es nach der Schule weiter? Was gibt mir Sinn in meinem Leben? Auf diese Fragen haben manche junge Menschen keine Antwort. Mit einem Orientierungsjahr will das Erzbistum Köln helfen, den eigenen Weg zu finden.

Abschlusszeugnis / © David Inderlied (dpa)

DOMRADIO.DE: "Ein Jahr. Sein Plan. Dein Leben". Das ist das Motto dieses Programms, es beginnt Ende September. Wer daran teilnimmt, sollte allerdings kein Problem damit haben, in einer Wohngemeinschaft zu leben. Warum ist dieses gemeinschaftliche Zusammenwohnen Bestandteil des Orientierungsjahrs? 

Christine Haß (Berufungscoach in der Berufungspastoral Köln): Das WG-Leben ist ein ganz zentrales Element im Orientierungsjahr. Es ist nicht nur ein Beiwerk, sondern soll ganz explizit eine Möglichkeit für die jungen Erwachsenen sein, gemeinsam den Alltag zu teilen, gemeinsam zu kochen, die Freizeit zu gestalten. Aber auch zu entdecken, wie wertvoll es ist, sich gegenseitig zu begleiten. Dabei hat aber auch jede und jeder Einzelne einen eigenen Rückzugsort. Es ist also die Kombination aus Gemeinschaft und Individualität, die im Orientierungs-Jahr Platz haben. 

DOMRADIO.DE: Sie bieten ein Jahr lang eine geistliche und persönliche Begleitung. Was heißt das konkret?

Haß: Wir begleiten junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren, die sich insbesondere die Fragen stellen, wie es weiter mit deren Leben geht: Welchen Beruf oder welches Studium möchte ich ausüben und welchen Sinn möchte ich in meinem Leben finden? Dabei werden sie geistlich und persönlich begleitet durch Coaching, Mentoring und geistliche Begleiterinnen und Begleitern, die dafür explizit ausgebildet sind. Es geht darum, sich besser selber kennenzulernen und auch herauszufinden, welche Rolle Gott in deren Leben spielt.

Christine Haß

"Dabei ist es aber vor allem ein Raum für Fragen ohne fertige, sofortige Antworten".

DOMRADIO.DE: Es geht um persönliche Orientierung und darum, den für sich richtigen Weg einzuschlagen. Aber es geht auch darum herauszufinden, welche Rolle Gott eigentlich in meinem Leben spielt. Wie kommt man ihm denn ganz konkret auf die Spur? 

Haß: Insbesondere durch Kurse, Workshops, geistliche Impulse, Exerzitien, Zeiten der Stille, die wir anbieten, aber eben auch durch Gespräche mit erfahrenen Begleiterinnen und Begleitern. Dabei ist es aber vor allem ein Raum für Fragen, ohne fertige, sofortige Antworten.

DOMRADIO.DE: Es geht aber dann auch um praktische Arbeit in diesem Orientierungsjahr, in Form von Sozialpraktika...

Haß: Vom Einsatz in den Schulen bis über zur Jugendhilfe oder Arbeit mit Obdachlosen im Krankenhaus: Das Sozialpraktikum ist ein ganz fester Bestandteil des Jahres und auch bewusst im sozialen Bereich, wo man eben auch ganz konkrete Erfahrungen machen kann, die auch von Fachleuten begleitet werden, um zu helfen und zu unterstützen, das Erlebte reflektieren zu können. 

Christine Haß

"Wer von den jungen Männern mit dem Gedanken spielt, Priester zu werden, kann eben auch erste Schritte machen".

DOMRADIO.DE: Suchen Sie auch nach neuen Priestern? 

Haß: Das Orientierungsjahr wurde von Pfarrer Regamy Thillainathan, dem Leiter des Kölner Priesterseminars, insbesondere auch mit Blick auf diese Frage mitkonzipiert. Es ist eine gute Gelegenheit, das Haus, die beteiligten Personen, die geistliche Atmosphäre auch niederschwellig kennenzulernen: Wer von den jungen Männern mit dem Gedanken spielt, Priester zu werden, kann eben auch erste Schritte machen. Das Jahr wird in Köln auch eins zu eins mit dem Propädeutikum, also mit dem Vorbereitungsjahr in der Priesterausbildung anerkannt. Dann gibt es zusätzlich optionale Module. 

DOMRADIO.DE: Wie können sich Interessierte bewerben und vor allen Dingen, bis wann muss das passieren? 

Haß: Am besten direkt melden. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich auch einige schon angemeldet haben und die Plätze sind auch begrenzt. Der Bewerbungsschluss ist offiziell der 30. Juni, aber wir freuen uns natürlich auch über eine jetzige und baldige Information. Die Bewerbungen gehen unkompliziert per E-Mail oder aber auch über unsere Website (Link ist extern)orientierungsjahr.köln

Dieses Interview führte Tobias Fricke.

Quelle:
DR

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