Die Arbeiten hätten sich jedoch verzögert, weil sich im Sperrkreis nach der Evakuierung noch zeitweise Menschen aufgehalten hätten. Am Abend sollte das Gebiet für Anwohner wieder freigegeben werden. Mehr als 26.000 Menschen hatten zuvor ihre Häuser verlassen müssen - es war nach Stadtangaben die bislang größte Evakuierungsaktion in der Stadt in der Nachkriegszeit. Die Arbeit glückte, und wer konnte, verbrachte den Tag bei bestem Wetter außerhalb der eigenen vier Wände.
"Wohnblockknacker" entschärft
Die Überraschung gab es vor gut eineinhalb Wochen: Da wurde die britische Bombe bei Bauarbeiten im Garten einer Paderborner Familie entdeckt. Seitdem liefen die Vorbereitungen. "Wegen der enormen Sprengkraft der Bombe müssen wir sicherheitshalber einen besonders großen Evakuierungsradius ziehen, sodass Paderborn am Sonntag im Kernbereich so gut wie stillsteht", hatte der Stadtsprecher im Vorfeld gesagt. Die Bombe, ein sogenannter Wohnblockknacker, enthielt nach Informationen der Stadt 1,5 Tonnen Sprengstoff.
Nicht jeder Paderborner aus dem Sperrkreis konnte den sonnigen Tag anderswo genießen. Denn auch Patienten aus Krankenhäusern mussten verlegt werden, nach Angaben der Erzdiözese Paderborn zum Beispiel nach Marsberg oder Höxter. Darunter seien auch Intensivpatienten gewesen. Innerhalb der Sperrzone lagen auch mehrere Kirchengemeinden - die Gottesdienste fielen aus. Auch der mächtige Dom lag im Bereich der Evakuierungsmaßnahmen.
Kirchen feiern ökumenischen Gottesdienst
Die Kirchen hatten deshalb einen ökumenischen Gottesdienst als Ersatz für die Gottesdienste, die wegen der geplanten Entschärfung ausfallen, auf dem Programm. Der Ort: Ein Schützenplatz. Im Vorfeld hatte Dechant Benedikt Fischer gesagt: "Wir schicken aber ein Gebet Richtung Himmel, dass nichts passiert."
