Caritas fordert vor Weltgipfel mehr Teilhabe für Behinderte

"Inklusion darf kein Lippenbekenntnis sein"

In Berlin kommt in dieser Woche die Weltgemeinschaft zusammen, um über die Rechte von Menschen mit Behinderung zu sprechen. Kurz vor dem Gipfel pocht die Caritas auf mehr Einsatz, um Barrieren abzubauen und Bildung zu ermöglichen.

Symbolbild Inklusion am Arbeitsplatz / © Gorgev (shutterstock)

Vor dem am Mittwoch in Berlin beginnenden Weltgipfel für Menschen mit Behinderung mahnt die Caritas zu mehr Teilhabe weltweit. "Inklusion darf kein Lippenbekenntnis sein. Es braucht gezielte Maßnahmen und den energischen Willen, um Barrieren abzubauen und Selbstvertretung zu stärken", sagte die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa, am Montag in Berlin.

Weltweit leben laut Caritas rund 1,3 Milliarden Menschen mit einer Behinderung, und davon schätzungsweise etwa 80 Prozent in den ärmeren Ländern des sogenannten Globalen Südens. Besonders dort seien viele Betroffene von Bildung, Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen. 90 Prozent der Kinder mit Behinderung in Entwicklungsländern besuchten keine Schule. Menschen mit Behinderung hätten eine zwei- bis dreimal höhere Wahrscheinlichkeit, arbeitslos zu sein als Menschen ohne.

Der Weltgipfel (Global Disability Summit) ist für Mittwoch und Donnerstag in Berlin geplant. Er gilt als wichtigste internationale Plattform zur Förderung der Rechte von Menschen mit Behinderung entsprechend der UN-Behindertenrechtskonvention.

Caritas Deutschland

Der Deutsche Caritasverband (DCV) ist der größte Wohlfahrtsverband Europas. Die Dachorganisation katholischer Sozialeinrichtungen setzt sich für Menschen in Not ein. Mit rund 690.000 hauptamtlichen Mitarbeitern - 80 Prozent sind Frauen - ist die Caritas zudem der größte private Arbeitgeber in Deutschland. Der Begriff "caritas" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Nächstenliebe. Sitz des 1897 gegründeten Verbands ist Freiburg. Wichtige Bedeutung haben die Büros in Berlin und Brüssel.

Hinweisschild der Caritas / © Michael Althaus (KNA)