Duisburger Stadtdechant von Aufgaben freigestellt

Vorwürfe übergriffigen Verhaltens

Der Stadtdechant von Duisburg ist nach Vorwürfen übergriffigen Verhaltens auf eigenen Wunsch befristet "zunächst bis zum 30. Juni" von seinen Aufgaben freigestellt worden. Das teilte das Ruhrbistum am Freitag mit.

Der Schatten eines Kreuzes fällt durch die geöffnete Türe auf den dunklen Boden / © Harald Oppitz (KNA)
Der Schatten eines Kreuzes fällt durch die geöffnete Türe auf den dunklen Boden / © Harald Oppitz ( KNA )

"Meine Bitte um Freistellung steht im Zusammenhang mit Vorwürfen gegen mich, die mir ein grenzverletzendes Verhalten als Pfarrer zur Last legen", habe der Pfarrer in einem Schreiben an die Pfarrei seine Bitte um Freistellung begründet. Nähere Details wolle er mit Rücksicht auf das laufende Verfahren nicht nennen, hieß es in der Mitteilung des Bistums Essen.

Meldungen über unangemessenes Verhalten

Das Bistum Essen habe in den Jahren 2013 und 2021 Meldungen über unangemessenes Verhalten des Duisburger Pfarrers erhalten. Sowohl ein staatsanwaltliches wie auch ein kirchenrechtliches Ermittlungsverfahren hätten aber keine Hinweise auf strafbare Handlungen ergeben, so die Mitteilung. Das staatsanwaltliche Ermittlungsverfahren sei im Februar 2023 eingestellt worden. Das Bistum habe den Fall dem Vatikan vorgelegt mit der Bitte um eine Entscheidung, wie jetzt weiter zu verfahren sei.

Das Ruhrbistum hatte erst Mitte Februar einen Bericht zum Thema Missbrauch vorgelegt, der seit der Bistumsgründung 1958 bis zum Februar 2023 von 201 Beschuldigten spricht - überwiegend Priestern aus dem Ruhrbistum und anderen Bistümern, Diakonen und Ordensleuten verschiedener Geschlechter. Über den Fall hatte auch die "WAZ" berichtet.

Bistum Essen

Das Bistum Essen ist eines der jüngsten und kleinsten unter den 27 römisch-katholischen Bistümern in Deutschland. Auch in Nordrhein-Westfalen ist es mit 1.877 Quadratkilometern und knapp 680.000 Mitgliedern das kleinste Bistum.

Es wurde am 1. Januar 1958 aus Teilen der (Erz-)Bistümer Köln, Münster und Paderborn errichtet; damals zählte die Diözese noch rund 1,5 Millionen Mitglieder.

Blick auf den Essener Dom / © frantic00 (shutterstock)
Quelle:
dpa