Warum der Bundesfreiwilligendienst entstand und wie er funktioniert

Fragen und Antworten

Mehr als 400.000 Menschen haben in den zehn Jahren, in denen der Bundesfreiwilligendienst besteht, einen solchen ehrenamtlichen Dienst absolviert. Das Angebot der Einsatzmöglichkeiten ist vielfältig.

Bundesfreiwilligendienst / © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild (dpa)
Bundesfreiwilligendienst / © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild ( dpa )

Warum wurde 2011 der Bundesfreiwilligendienst ins Leben gerufen?

Nach dem politisch beschlossenen Aus von Wehr- und Zivildienst entschied sich die Bundesregierung, ab Juli 2011 einen neuen Dienst für Freiwillige einzuführen. Der BFD "soll eine neue Kultur der Freiwilligkeit in Deutschland schaffen und möglichst vielen Menschen ein Engagement für die Allgemeinheit möglich machen", erklärte die Regierung damals.

Die Sozial- und Umweltorganisationen gingen auf Distanz, denn sie fürchteten Konkurrenz für ihre etablierten Angebote im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ).

Welche Gründe gab es dafür, nicht stattdessen FSJ und andere Ehrenamtsangebote auszubauen?

Das Ende des Zivildienstes war zweifelsohne eine große gesellschaftliche Herausforderung. Der Bundesfreiwilligendienst sollte helfen, die Folgen der Aussetzung des Zivildienstes zumindest teilweise zu kompensieren, denn es fehlten ja Tausende Zivis in den sozialen Einrichtungen. Alle nach dem Zivildienstgesetz anerkannten Dienststellen und -plätze wurden daher automatisch als Einsatzstellen und Plätze des Bundesfreiwilligendienstes anerkannt.

Wo liegen die Unterschiede in den Dienstformen?

Da viele Träger sowohl FSJ als auch BFD anbieten, merken die Teilnehmer meist gar keinen Unterschied. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist jedoch, dass der BFD keine Altersgrenze kennt, also auch für Rentner grundsätzlich offensteht.

Wer kann aktiv werden?

Für den BFD kann sich jeder bewerben, der die Vollzeitschulpflicht erfüllt hat, also in der Regel 16 Jahre alt ist.

Wie lange muss man sich verpflichten?

In der Regel dauert der Bundesfreiwilligendienst zwölf Monate, mindestens jedoch sechs und höchstens 18 Monate. In Ausnahmefällen kann er auch bis zu 24 Monate geleistet werden, wenn man verschiedene Dienste hintereinander absolviert. Beim BFD handelt es sich grundsätzlich um einen ganztägigen Dienst. Für Freiwillige über 27 Jahren (die Altersgrenze beim FSJ)  ist aber auch ein Teilzeitdienst von mehr als 20 Stunden wöchentlich möglich.

Wie wird der Einsatz honoriert?

Im Bundesfreiwilligendienst gibt es ein Taschengeld. Derzeit liegt die Höchstgrenze bei 426 Euro monatlich. Manche Anbieter stellen auch noch kostenlose Unterkunft und Verpflegung bereit oder übernehmen ganz oder teilweise die Kosten für ein ÖPNV-Ticket.

Welche verschiedenen Einsatzmöglichkeiten gibt es?

Die Tätigkeitsfelder sind breit gestreut. Grundsätzlich kann man sagen, dass es sich stets um praktische Hilfstätigkeiten in gemeinwohlorientierten Einrichtungen handelt: also in der Jugend- und Behindertenhilfehilfe, im Gesundheitswesen, in Pflegeheimen, in Schulen sowie auch in Sport, Kultur, Denkmalpflege oder Umweltschutz.


Quelle:
epd
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