Herzlich willkommen zum ersten Mal aus Tabgha, unserem zweiten Kloster, direkt am See Genezareth, aus Dalmanuta, unserer Gottesdienststelle, am Ufer des Sees Genezareth. Das ist ein Ort, der Trost und Hoffnung gibt, der bei sehr vielen Pilgerinnen und Pilger beliebt ist. Wenn Sie an einer Pilgerfahrt teilgenommen haben, haben Sie hier vielleicht auch schon Gottesdienste gefeiert. Es ist ein österlicher Ort! Denn in der Bibel lesen wir, wie der Auferstandene den Jüngern hier am Ufer des Sees Genezareth erscheint. Leider ist der Altar verwaist, es gibt keine Pilgergruppen.

Wir sind immer noch umgeben von einem Ozean von Leid, in dem wir versuchen, mit unseren beiden Klöstern Hoffnungsinseln zu sein. Und man hat das Gefühl, die Welt ist in der Hand dieser Mächtigen, die gerade die Nachrichten bestimmen. Wir kennen sie alle, ich möchte sie gar nicht bei Namen nennen, die sich aufspielen wie die Herren dieser Erde. Aber sie werden alle gehen! Sie werden alle irgendwann sterben und müssen sich verantworten für das, was sie getan haben oder nicht getan haben. Und was mir so ganz große Hoffnung gibt, ist, diese Mächtigen oder sich so als mächtig inszenierenden Menschen haben nicht das letzte Wort über mein und Ihr Leben, sondern: Das letzte Wort hat dieser Wanderprediger aus Galilea, der hier am Ufer des Sees Genezareth gewirkt hat und der hier als Auferstandener erschienen ist, Jesus Christus selbst.

Die anderen werden gehen, er wird kommen. Aber ich gebe zu: dieser österliche Glaube, den ich gerade formuliert habe, dass eben Jesus Christus das letzte Wort hat, wird in diesen Tagen angefragt durch die Politik, durch das, was mich umgibt. Aber was mir hilft bei diesem österlichen Glauben, ist momentan die Natur.
Wenn Sie sehen, wie hier alles grünt und blüht; vor paar Monaten war hier alles kohlrabenschwarz verbrannt. Im Sommer gab es zahlreiche Feuer. Aber das Leben ist stärker als der Tod. Deswegen ist für mich Dalmanuta auch so ein Ort, der mir hilft, meinen österlichen Glauben zu nähren.
Ich frage Sie, was hilft Ihnen, Ihren österlichem Glaubens zu nähern? Was gibt Ihnen Hoffnung? Was gibt Ihnen Stärkung?
Ich grüße Sie ganz herzlich aus Dalmanuta, vom Ufer des Sees Genezareth. Ihr Abt Nikodemus