Um die Breite der Gesellschaft zu erreichen, dürfe der Wandel nicht egoistisch und klientelistisch gedacht werden. Mit Blick auf begrenzte Ressourcen sei ein "Weiter so" keine Option mehr.
"Wenn wir uns weiter von kurzfristigen Profitinteressen leiten lassen und notwendige Investitionen in den erforderlichen Strukturwandel versäumen, verspielen wir unsere Handlungsoptionen in der Zukunft", sagte der Präsident der Münchner Hochschule für Philosophie (HFPH), Johannes Wallacher. Er ist bei Justitia et Pax für den Bereich "Weltwirtschaft und Sozialethik" zuständig.
Infrastruktur für nachhaltige Fortbewegungsmittel
Der Experte fordert unter anderem eine Infrastruktur für nachhaltige Fortbewegungsmittel, die für alle Menschen zugänglich und bezahlbar ist. Zudem müsse berufliche Bildung an die neue Form des Wirtschaftens angepasst werden. Die Kosten für solche Investitionen sollten diejenigen decken, die aktuell noch "unanständig große Gewinne aus umweltschädlichem Verhalten" zögen.
Hintergrund der Äußerungen ist die Studie "Wie sozial-ökologische Transformation gelingen kann" der Sachverständigengruppe "Weltwirtschaft und Sozialethik" der Deutschen Bischofskonferenz. Sie wird am Mittwochabend im Parlamentarischen Beirat für Nachhaltige Entwicklung des Bundestages vorgestellt.
Die Deutsche Kommission Justitia et Pax wurde 1967 gegründet und versteht sich als Forum der katholischen Einrichtungen und Organisationen, die im Bereich der internationalen Verantwortung der Kirche in Deutschland tätig sind.