Ohne Schokolade, Alkohol oder das Auto: Jüngere Menschen haben sich in der Fastenzeit seit Aschermittwoch offenbar eher in Verzicht geübt. Zehn Prozent der 18- bis 24-Jährigen erklärten, sie würden bis zur Osternacht durchhalten, so die am Montag veröffentlichte Umfrage. Die Osternacht wird in diesem Jahr vom 19. auf den 20. April gefeiert.
Insgesamt gaben 80 Prozent aller Befragten an, nicht gefastet zu haben. Bei der Altersgruppe 55 plus war dieser Anteil mit 91 Prozent besonders hoch. Elf Prozent der jüngsten Befragungsgruppe räumten derweil ein, nicht durchgehalten zu haben; 13 Prozent rechnen damit, es nicht bis Ostern zu schaffen. Unterschiede zwischen Ost und West spielten kaum eine Rolle. Befragt wurden den Angaben zufolge 16.602 Erwachsene in Deutschland.
Fasten seltener an den Glauben gebunden?
Zuvor hatte eine andere Umfrage gezeigt, dass am Karfreitag (18. April) etwa ein Drittel der Menschen in Deutschland fastet: 16 Prozent verzichten demnach auf Fleisch und Wurst. Sieben Prozent nehmen laut Angaben an diesem Tag keinerlei tierische Produkte zu sich, fünf Prozent gaben an, "sonstiges" zu fasten. Für Katholikinnen und Katholiken gilt der Tag der Kreuzigung Jesu traditionell als strenger Fastentag.
Am Anfang des Jahres begingen viele Menschen einen "Dry January", andere schwören auch aus gesundheitlichen Gründen auf Heil- oder Intervallfasten, für Muslime gibt es den Fastenmonat Ramadan. Noch bis Ostern läuft die 40-tägige christliche Fastenzeit: Sie geht auf einen Bericht aus der Bibel zurück. Dort ist von einer 40-tägigen Gebets- und Fastenzeit Jesu die Rede, die auf seine Taufe im Jordan folgte.
In der Fastenzeit vor Ostern geht es nicht nur um den Verzicht auf Genussmittel wie Süßigkeiten, Fleisch oder Alkohol, sondern auch um eine Unterbrechung von Gewohnheiten. Deshalb organisieren kirchliche Organisationen auch Angebote wie Handy-, Computer- oder Autofasten.