Mozarts Musik ist längst nicht immer "fröhlich"

Warum denn so düster?

Bis heute hängt Mozart bisweilen der Ruf vom fröhlichen Schöpfer unbeschwerter Musik nach – die späten Sinfonien und auch seine Kirchenmusik zeigen aber, dass der Salzburger vor allem ausdrucksstark komponieren könnte.

 © Beatrice Tomasetti (DR)
© Beatrice Tomasetti ( DR )

Das unvollendet gebliebene Requiem von W. A. Mozart zieht mit seinem düsteren Charakter die Zuhörer bis heute in seinen Bann, unvergleichlich das "Dies irae" mit der Beschreibung des Jüngsten Gerichtes oder das schon himmlisch-entrückt klingende "Lacrimosa" im weiteren Verlauf der Komposition.

Blick auf Salzburg / © Nok Lek (shutterstock)

Auch seine große c-moll-Messe – ebenfalls unvollendet – bringt das Thema Tod beeindruckend in Musik: die Vertonung der Crucifixus-Passage im Credo mit dem Einsatz des Doppelchores und scharfen Punktierungen lasst den Kreuzestod von Jesus Christus schon fast bildhaft wirken.

Mozart-Statue in Salzburg / © Whoever (shutterstock)

Doch auch in seinen vermeintlich kleineren kirchenmusikalischen Werken verwendet Mozart Farben, die zum stets angeblich gut gelaunten Wunderkind/Meisterkomponist kaum passen. Die Missa brevis in d-moll gehört zu seinen insgesamt 19 Messervertonungen. Sie gehört zu den wenigen, die Mozart in einer Moll-Tonart geschrieben hat. Und trotz ihrer Kürze von nur 12 Minuten erzeugt sie nicht nur durch die ungewöhnliche Tonart eine eher düster gehaltene Atmosphäre.

Wie immer bei Mozart ist das Benedictus aufwändig komponiert, hier in Form eines Sopran-Alt-Duetts. Insgesamt teilt der Salzburger die Messe in sechs Teile ein, geschrieben wurde sie für den Gottesdienst in der Salzburger Kollegienkirche. Mozart vollendete sie im Alter von nur 13 Jahren.

Am Sonntagabend erklingt im Radioprogramm von DOMRADIO.DE die Missa brevis in d-moll ab 20 Uhr.

Quelle:
DR