Overbeck entpflichtet leitenden Geistlichen von allen Ämtern

Beschuldigter bittet um Verzeihung

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat einen leitenden Duisburger Pfarrer von seinen Ämtern entpflichtet. Der Geistliche war wegen Vorwürfen grenzverletzenden Verhaltens im März freigestellt worden und bat nun um Entschuldigung.

Bischof Franz-Josef Overbeck / © Andre Zelck (KNA)
Bischof Franz-Josef Overbeck / © Andre Zelck ( KNA )

Wie das Bistum Essen am Wochenende mitteilte, war der Geistliche bereits Anfang März auf eigenen Wunsch hin im Zusammenhang mit Vorwürfen grenzverletzenden Verhaltens bis zum 30. Juni von seinen Aufgaben freigestellt worden.

"Ich bedaure, dass ich durch mein Verhalten Enttäuschungen und Irritationen verursacht habe", erklärte der Pfarrer nach der Entscheidung des Bischofs. "Ich bitte dafür ausdrücklich um Entschuldigung". Auch er selbst sei zu der Gewissheit gelangt, dass eine Rückkehr in seine bisherigen Aufgaben nicht gut wäre.

Glaubenskongregation empfahl nur Verweis

Bereits im Januar hatte die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen den Geistlichen eingestellt. Auch die Glaubenskongregation in Rom bestätigte nun laut Bistum, dass auch aus kirchenrechtlicher Sicht kein Straftatbestand vorliege. Allerdings empfahl sie Bischof Overbeck, gegenüber dem Priester einen Verweis auszusprechen.

Dies habe der Bischof auch getan und den Pfarrer angewiesen, "sich einem persönlichen Klärungsprozess zu unterziehen, um für die Zukunft grenzverletzende Verhaltensweisen auszuschließen".

Bistum Essen

Das Bistum Essen ist eines der jüngsten und kleinsten unter den 27 römisch-katholischen Bistümern in Deutschland. Auch in Nordrhein-Westfalen ist es mit 1.877 Quadratkilometern und knapp 680.000 Mitgliedern das kleinste Bistum.

Es wurde am 1. Januar 1958 aus Teilen der (Erz-)Bistümer Köln, Münster und Paderborn errichtet; damals zählte die Diözese noch rund 1,5 Millionen Mitglieder.

Blick auf den Essener Dom / © frantic00 (shutterstock)
Quelle:
KNA