Rakete trifft am orthodoxen Osterfest Dorfkirche in Ukraine

Völlig zerstört

Russlands Streitkräfte haben in der Ukraine nach Kirchenangaben am orthodoxen Ostersonntag ein Gotteshaus zerstört. Eine russische Rakete habe die Kirche in einem Dorf bei Orichiw in der Region Saporischschja gegen 2.30 Uhr getroffen.

Menschen bergen in Komyschuwacha Ikonen aus den Trümmern ihrer Kirche / © Kateryna Klochko (dpa)
Menschen bergen in Komyschuwacha Ikonen aus den Trümmern ihrer Kirche / © Kateryna Klochko ( dpa )

Dies teilte die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche unter Berufung auf den Gemeindevorsteher am Sonntag mit. Zu diesem Zeitpunkt habe sich kein Mensch in der 1906 erbauten Kirche in Komyschuwacha befunden, weil der Ostergottesdienst erst um 5.00 Uhr beginnen sollte. Auf einem Foto war der völlig zerstörte Sakralbau zu sehen.

Seit Februar 2022 zerstörte oder beschädigte das russische Militär laut dem Kiewer Institut für Religionsfreiheit mehr als 500 religiöse Gebäude in der Ukraine. Demnach handelt es sich vor allem um Gotteshäuser der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche. Diese unterstand bis Mai 2022 dem orthodoxen Moskauer Patriarchat, erklärte sich dann aber für unabhängig.

Christliche Kirchen in der Ukraine

Die kirchlichen Verhältnisse in der Ukraine sind komplex. Rund 70 Prozent der 45 Millionen Ukrainer bekennen sich zum orthodoxen Christentum. Sie gehören allerdings zwei verschiedenen Kirchen an: der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche (UOK) des Moskauer Patriarchats und der autokephalen (eigenständigen) Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU). Zudem gibt es eine römisch-katholische Minderheit mit rund einer Million Mitgliedern sowie die mit Rom verbundene (unierte) griechisch-katholische Kirche der Ukraine.

Das Heilige Feuer aus Jerusalem am 18. April 2020 im Kiewer Höhlenkloster Petscherska Lawra, Hauptsitz der ukrainisch-orthodoxen Kirche Moskauer Patriarchats. / © Sergey Korovayny (KNA)
Das Heilige Feuer aus Jerusalem am 18. April 2020 im Kiewer Höhlenkloster Petscherska Lawra, Hauptsitz der ukrainisch-orthodoxen Kirche Moskauer Patriarchats. / © Sergey Korovayny ( KNA )
Quelle:
KNA