Ukrainische Religionsführer rufen zum Gebet für Kriegsende auf

Angriffskrieg muss bestraft werden

Am Montag jährt sich Russlands Überfall auf die Ukraine zum dritten Mal. Das ukrainische Parlament hat den Jahrestag zum nationalen Gebetstag erklärt. Der Kirchenrat des Landes spricht von Sieg und Frieden.

Eine beschädigte Kirche am Rande von Irpin, Ukraine / © Drop of Light (shutterstock)

In der Ukraine rufen die Glaubensgemeinschaften am dritten Jahrestag des russischen Angriffs das Land zu Gebeten auf für den Sieg und einen gerechten Frieden. Der Gesamtukrainische Rat der Kirchen und religiösen Organisationen dankte am Freitagabend zugleich allen internationalen Partnern, die "den Ukrainern bei der Verteidigung von Freiheit und Demokratie helfen".

Das Gremium bekräftigte, der russische Angriffskrieg dürfe nicht belohnt werden. Er habe unermessliches Leid gebracht und müsse gerecht bestraft werden. "Der Kern der russischen Aggression und der abscheulichen Verbrechen liegt in der chauvinistischen und menschenfeindlichen Ideologie der so genannten 'russischen Welt'", heißt es in der Erklärung des Kirchenrates weiter. 

Diese Ideologie werde vom Kreml zusammen mit der russisch-orthodoxen Kirche und anderen Konfessionen Russlands aktiv gefördert. Man rufe daher die demokratischen Nationen und religiösen Führer auf, die Ideologie der "russischen Welt" und ihre Anhänger zu verurteilen.

"Mutig bleiben"

Der Kirchenrat dankte jedem, der dazu beitrage, "die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine zu stärken und den Sieg näher zu bringen". Er appellierte an das ukrainische Volk und die Behörden des Landes, "in diesem Kampf des Guten gegen das Böse mutig zu bleiben, an den Triumph der Gerechtigkeit zu glauben, sich gegenseitig zu unterstützen, vereint zu bleiben und alles zu tun, was für den Sieg und das Gemeinwohl notwendig ist". Zu den von Washington und Moskau angekündigten Friedensverhandlungen äußerte sich das Gremium nicht.

Dem Kirchenrat gehören die Spitzen der 16 wichtigsten Religionsgemeinschaften der Ukraine an - christliche, jüdische und muslimische. Den Vorsitz hat aktuell der Baptist Walerij Antonjuk inne.

Am Montag jährt sich der Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine zum dritten Mal. Das ukrainische Parlament hatte den 24. Februar vor Kurzem zum nationalen Gebetstag erklärt. Laut dem einstimmig angenommen Entschließungsantrag soll er die Einheit der ukrainischen Gesellschaft fördern sowie den moralischen und patriotischen Geist stärken. Der russische Angriffskrieg müsse so schnell wie möglich aufhören, ein dauerhafter und gerechter Frieden geschaffen und die territoriale Integrität der Ukraine bedingungslos wiederhergestellt werden, betonten die Abgeordneten.