DOMRADIO.DE: Sie haben die Friedenspilgertour unseres Chefredakteurs unterstützt und Geld für jeden gefahrenen Kilometer gespendet. Es war immer die Rede von zirka 1200 Kilometern. Wie viel Geld durften Sie überweisen?
Austen: Wir überweisen dem Flüchtlingsdienst für jeden Kilometer einen Euro, also 1.225 Euro insgesamt. Dazu sind aber noch Spenden gekommen. Sodass der Betrag etwas mehr als verdoppelt wurde und das ist ein schönes Zeichen der Solidarität. Vielleicht kommt ja auch weiterhin noch Unterstützung.
DOMRADIO.DE: Unterwegs haben also Menschen gesagt, dass sie das für eine gute Idee halten und deswegen selbst auch nochmal was drauflegen?
Austen: Ja, ganz genau.
DOMRADIO.DE: Musste unser DOMRADIO.DE-Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen Ihnen das dann nachweisen?
Austen: Uns braucht er das nicht nachweisen. Man könnte das auf dem Navi auch kontrollieren, wenn man es wollte. Aber ich vertraue ihm. Wir kennen uns schon sehr lange und ich finde, dass diese Friedenspilgertour eine tolle Idee ist. Weil er auch sehr viele Orte besucht hat, die in der Diaspora liegen und er ein Friedensbotschafter auf zwei Rädern ist.
Er macht sportlich etwas für sich, aber er setzt auch ein Zeichen für Frieden und Versöhnung, im Gebet, in den Gesprächen, die er überall geführt hat. Und das hat unsere Zeit notwendiger denn je. Und ich finde, es ist eine tolle Möglichkeit, dass auch der Flüchtlingsdienst unterstützt wird, wo Menschen begleitet werden und Hilfe bekommen, seelsorgerisch oder anwaltlich.
DOMRADIO.DE: Haben sie die Tour mitverfolgt und sind im Geiste mit gestrampelt über Stock und Stein?
Austen: Ich war zumindest über das Domradio mit dabei. In Paderborn wir haben uns auch persönlich getroffen, wo Ingo Brüggenjürgen im Dom die Friedensglocke besucht hat. Wir haben uns abends im Gespräch noch ausgetauscht, auch über all die aktuellen Dinge, die im Bonifatiuswerk passieren, über die verschiedenen Stationen. Und ich finde, es ist eine sehr gute Initiative, die in diese Zeit nicht nur hineinpasst, sondern auch notwendig ist.
DOMRADIO.DE: Sind Sie auch ein Fahrradfahrer?
Austen: Nein, ich schwimme eher. Aber ich finde es toll, wenn Leute das so auf den Weg bringen. Das ist schon bewundernswert, so viele Kilometer am Stück auf sich zu nehmen, was ja sicherlich nicht immer unbeschwerlich war, sondern auch Mühen und Anstrengung kostet, durch Wind und Wetter zu fahren, in der Hitze und trotzdem zu sagen, ich mache das auch für eine gute Sache.
DOMRADIO.DE: Weshalb haben Sie sich eigentlich entschlossen, dieses Geld an den Jesuiten-Flüchtlingsdienst zu geben?
Austen: Das Bonifatiuswerk hat dort schon eine Personalstelle unterstützt. Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst übernimmt eine notwendige Aufgabe, da er Geflüchtete in schwierigen Zeiten begleitet und wir haben uns gedacht, dass dieser Friedensweg, mit Gebet, mit Gesprächen, mit Begegnungen, irgendwie auch greifbar werden soll. Das ist unsere Aufgabe als Bonifatiuswerk, als Hilfswerk für den Glauben. Außerdem ist die Solidarität, konkret zu helfen, wichtig, gerade den Menschen, die in Not sind und auf der Flucht.
DOMRADIO.DE: Sie sind gerade im Auto unterwegs, vor den Toren Hamburgs. Was haben Sie denn da gemacht und wen haben Sie getroffen?
Austen: Ich bin nach Hamburg gefahren, um Udo Lindenberg zu treffen. Wir werden im nächsten Jahr, beim Katholikentag in Erfurt, Lindenbergs Ausstellung 'Udos Zehn Gebote' präsentieren. Udo Lindenberg ist ja auch ein Friedensbotschafter für die Menschheitsfamilie, für Gerechtigkeit und für Frieden. Und das ist für ihn sehr wichtig. Von daher verbindet sich das ganz schön hier vor den Toren Hamburgs.
Das Interview führte Uta Vorbrodt.