DOMRADIO.DE: Erst einmal herzlichen Glückwunsch.
Frank Heidkamp (Stadtdechant von Düsseldorf und Gäste-Schützenkönig): Ja, vielen Dank.
DOMRADIO.DE: Hat es das schon mal gegeben, dass ein Schützen-Pastor die Gästekönigswürde errungen hat?
Heidkamp: Nein, das hat es so noch nicht gegeben. Das ist zum ersten Mal in der Geschichte des Düsseldorfer Schützenwesens in der Innenstadt passiert. Dementsprechend waren auch die Kommentare.
DOMRADIO.DE: Wie waren die Kommentare denn?
Heidkamp: Äußerst positiv, weil man sagte, das ist aber toll, dass ein Priester den Menschen so nahe ist und auf den Vogel schießt. Einige kamen auch auf mich zu und sagten: Mensch, das ist so toll, nutzen Sie es für die Kirche.
DOMRADIO.DE: Wie haben Sie dieses traditionelle Gäste- und Presse-Vogelschießen erlebt?
Heidkamp: Es ist inzwischen seit vielen Jahren Tradition, dass der Schützenverein zum Gästeschießen einlädt. Das ist ein Treffen von rund 200 Personen, die in dieser Stadt Rang und Namen haben. Man kommt gut ins Gespräch und das Schießen gehört auch dazu.
DOMRADIO.DE: Welche Chancen sehen Sie für die Kirche aus so einem Event?
Heidkamp: Kirche und Kirmes in Düsseldorf oder Schützenwesen kann man gar nicht voneinander trennen. Viele Schützengesellschaften in Düsseldorf sind sogenannte Bruderschaften, die sich für Glaube, Sitte und Heimat einsetzen. Die Zahl nimmt zwar ab, aber nichtsdestotrotz sind das Menschen, die mit der Kirche verbunden sind.
DOMRADIO.DE: Was kann Kirche ganz konkret vom Schützenwesen für die Zukunft lernen?
Heidkamp: Das Schützenwesen wird oft so gesehen: Die trinken viel Bier trinken und feiern. Aber das ganze Jahr über sind die Schützen sehr sozial engagiert. In den einzelnen Stadtteilen in Düsseldorf setzen sie sich für Martins-Umzüge und für soziale Projekte ein. Ich denke, davon kann man einiges lernen - auch in der Kirche.
DOMRADIO.DE: Haben Sie ein Motto oder ein Ziel für Ihre Zeit als Gästekönig? Sie sind ja jetzt für ein ganzes Jahr in dieser Funktion im Amt.
Heidkamp: Das ist richtig. Mein Motto ist: für die Menschen da sein und mitten unter den Menschen sein. Dann kann man viel erreichen.
Das Interview führte Carsten Döpp.