Das Bistum Passau steht vor einem schwierigen Haushaltsjahr: Ende 2025 erwarten die Finanzexperten der Kirche ein Loch von rund sechs Millionen Euro in der Kasse. Das geht aus der am Mittwoch veröffentlichten geplanten Gewinn- und Verlustrechnung hervor.
Zumindest in dieser siebenstelligen Größenordnung handelt es sich bei dem kalkulierten Defizit um ein Novum, wie Finanzdirektor Josef Sonnleitner der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) erläuterte. Bei geplanten Gesamtausgaben von 139,3 Millionen Euro soll die Differenz aus den Rücklagen ausgeglichen werden.
Gewisses Polster vorhanden
Noch gibt es ein gewisses Polster. So hatte die Diözese 2023 einen überraschenden Überschuss von 37,7 Millionen Euro erzielt. Der Jahresabschluss für 2024 liegt noch nicht vor. Geplant war ein leichtes Plus von 0,8 Millionen Euro.
Sonnleitner sagte dazu, das Kirchensteueraufkommen werde wohl etwas hinter dem Plan zurückbleiben. Dafür erwarte er wegen guter Aktien- und Rentenmärkte wie 2023 ein gutes Finanzergebnis, wenn auch nicht mehr in dieser Höhe.
Für 2025 rechnet das Bistum mit einem weiter sinkenden Kirchensteueraufkommen. Im Etat sind 99,5 Millionen Euro angesetzt, 2024 waren es noch fast 12 Millionen Euro mehr. Deshalb sollen die Ausgaben vor allem fürs Bauen zurückgefahren werden, und zwar um rund vier Millionen Euro.
Strategie für die Zukunft?
Finanzdirektor Josef Sonnleitner sagte, der starke Rückgang bei der Kirchensteuer beruhe auf Sondereffekten im Zusammenhang mit Ausgleichszahlungen zwischen den Diözesen. Nominell gehe er für sein Bistum von einem Minus von zwei bis drei Prozent aus.
Zugleich bezeichnete er es als vermessen zu glauben, dass die Kirchensteuer als Haupteinnahmequelle des Bistums künftig mit steigenden Personal- und Sachkosten Schritt halten könne. Sonnleitner zeigte sich jedoch zuversichtlich, wieder zu einem ausgeglichenen Haushalt zu kommen.
Für eine Priorisierung von Aufgaben seien erste strategische Leitplanken formuliert, die in den kommenden Monaten zu konkreten Maßnahmen führen müssten.