Franzose wird neuer Erzbischof für Tunesien

Erfahrung im Land

Nicolas Lhernould, bislang Bischof von Constantine-Hippone in Algerien, ist von Papst Franziskus zum neuen Erzbischof von Tunis ernannt worden. Er ist stellvertretender Vorsitzende der Bischofskonferenz der Region Nordafrika (CERNA).

Gottesdienst in der Kathedrale Heiliger Vinzenz von Paul in Tunis, Tunesien / © Alessio Mamo (KNA)
Gottesdienst in der Kathedrale Heiliger Vinzenz von Paul in Tunis, Tunesien / © Alessio Mamo ( KNA )

Der stellvertretende Vorsitzende der Bischofskonferenz der Region Nordafrika (CERNA) wird damit Nachfolger von Ilario Antoniazzi (75), der die einzige Diözese in Tunesien seit 2013 leitete und nun in den Ruhestand tritt.

Lhernould kennt das Land gut. Der gebürtige Franzose wurde nach Studienjahren in Rom 2004 in Tunis zum Priester geweiht. Danach war er Pfarrer in mehreren tunesischen Gemeinden und von 2012 bis 2019 bereits Generalvikar der Erzdiözese Tunis. Seit dem Jahreswechsel 2019/2020 war Lhernould Bischof von Constantine-Hippone und in diesem Amt auch ein Nachfolger des Kirchenlehrers Augustinus (354-430).

Die Erzdiözese Tunis zählt laut Vatikan-Angaben rund 30.000 Katholiken. Unter den rund 12,4 Millionen zumeist muslimischen Bewohnern des Landes sind sie nur eine kleine Minderheit.

Kirche in Tunesien

Laut der Verfassung Tunesiens ist der Islam Staatsreligion; es gilt jedoch Religionsfreiheit. Mission ist untersagt. Das tunesische Staatsoberhaupt muss Muslim sein. Der rechtliche Status der katholischen Kirche ist klar geregelt. 1964 wurde ein "Modus vivendi" (Grundlagenvertrag) zwischen dem Vatikan und dem seit der staatlichen Unabhängigkeit 1956 sozialistisch regierten Land geschlossen.

Nicht alles friedlich in Tunesien? / © Jörg Carstensen (dpa)
Nicht alles friedlich in Tunesien? / © Jörg Carstensen ( dpa )
Quelle:
KNA