Gohl kritisiert EKD-Ausstieg bei "Woche für das Leben"

Fortführung auf Landesebene?

Bischof Gohl kritisiert die Entscheidung der EKD bei der "Woche für das Leben" auszusteigen. Die Evangelische Landeskirche in Württemberg wurde von der Ankündigung überrascht. Die EKD wolle andere Formate suchen.

Banner mit der Aufschrift "Woche für das Leben 2021" im Augsburger Dom / © Christopher Beschnitt (KNA)
Banner mit der Aufschrift "Woche für das Leben 2021" im Augsburger Dom / © Christopher Beschnitt ( KNA )

Der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Ernst-Wilhelm Gohl, hat die Entscheidung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) kritisiert, sich ab 2025 nicht mehr an der ökumenischen "Woche für das Leben" zu beteiligen. "Wir sind von der Entscheidung eiskalt erwischt worden", sagte er am Samstag vor der Landessynode in Stuttgart.

Ernst-Wilhelm Gohl / ©  Bernd Weißbrod (dpa)
Ernst-Wilhelm Gohl / © Bernd Weißbrod ( dpa )

Er verstehe nicht, warum der Rat der EKD zuvor nicht die Erfahrungen der einzelnen Landeskirchen mit der Aktionswoche abgefragt habe. Man werde auf Landesebene prüfen, wie man so ein Format fortsetzen könne.

Zu wenig mediale und gesellschaftliche Resonanz

Die Aktionswoche wurde 1991 erstmals auf Initiative des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz begangen. 1994 trat der Rat der EKD der Initiative bei. Die ökumenische Initiative macht auf die Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit des menschlichen Lebens in all seinen Phasen aufmerksam.

Die EKD hatte ihre Entscheidung Ende Juni damit begründet, dass die "Woche für das Leben" zuletzt zu wenig mediale und gesellschaftliche Resonanz gefunden habe. Künftig wolle sich die EKD in anderen Formaten für die Themen des Lebensschutzes engagieren, hatte ein Sprecher erklärt.

"Woche für das Leben"

Die jährlich stattfindende "Woche für das Leben" ist eine bundesweite Aktion der katholischen und evangelischen Kirche in Deutschland. Damit treten sie gemeinsam für den Schutz menschlichen Lebens in all seinen Phasen ein.

Ursprünglich begründet wurde die Initiative 1991 von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde die Abtreibungspraxis in Ost und West unterschiedlich gehandhabt, sodass eine Neuregelung notwendig wurde.

Aktion "Woche für das Leben" der Kirchen  / ©  Julian Stratenschulte (dpa)
Aktion "Woche für das Leben" der Kirchen / © Julian Stratenschulte ( dpa )
Quelle:
epd
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