Die katholischen Bischöfe wenden sich gegen die Streichung eines Feiertags aus wirtschaftlichen Gründen. "Christliche Feiertage prägen die Kultur und Tradition unseres Landes und ermöglichen die gemeinschaftliche Religionsausübung zu zentralen religiösen Ereignissen", sagte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn. "Wir sehen daher nicht, dass die Folge der Schuldenaufnahme als erstes die Abschaffung eines christlichen Feiertags sein soll."

Kopp fügte hinzu, es sei fraglich, ob eine solche Maßnahme in dem gewünschten Ausmaß und vor allem nachhaltig zur Stabilisierung der Staatsfinanzen beitrage. "Der religiöse und kulturelle Verlust wäre aber dauerhaft. Dies hat auch die Abschaffung des Buß- und Bettags gezeigt." Der Sprecher verwies darauf, dass die Union sich in ihrem Wahlprogramm zum Schutz der christlichen Feiertage bekannt habe.
Ein Signal
Am Wochenende hatte sich Handwerkspräsident Jörg Dittrich für die Streichung eines Feiertages ausgesprochen. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks: "Einen Feiertag zu streichen, brächte ein paar Milliarden, würde aber vor allem das Signal senden: Wir nehmen die Herausforderungen gemeinsam an und packen es jetzt alle zusammen an. Die neuen Realitäten erfordern einen fröhlichen Fleiß, um das Erworbene zu erhalten."
Man werde nicht darum herumkommen, "uns auf eine Liste der Grausamkeiten zu verständigen", fügte Dittrich hinzu. "Ohne Zumutungen kommen wir nicht aus der Talsohle. Welche das sind, hat die Politik zu entscheiden."
Zuvor hatte sich auch Monika Schnitzer, die Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, für eine Feiertagsstreichung ausgesprochen. Dadurch lasse sich das Wirtschaftswachstum erhöhen. Unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund wandte sich gegen eine Abschaffung von Feiertagen. "Einen Feiertag zu streichen, bedeutet nichts anderes, als die Löhne durch die Hintertür zu kürzen", sagte die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi.