Kirchen besprechen Nachfolgeformat der "Woche für das Leben"

Kommt 2026 ein Neuanfang?

Zwischen katholischer und evangelischer Kirche gibt es offenbar Gespräche über ein Nachfolgeformat zur ökumenischen "Woche für das Leben". Sachsens Landesbischof Tobias Bilz zeigte sich vor EKD-Synode optimistisch.

Gottesdienst zur Eröffnung der Woche für das Leben 2017 in der Kasseler Martinskirche / © Andreas Fischer/epd (KNA)
Gottesdienst zur Eröffnung der Woche für das Leben 2017 in der Kasseler Martinskirche / © Andreas Fischer/epd ( KNA )

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Deutsche Bischofskonferenz überlegten über ein gemeinsames Format für 2026, sagte Sachsens Landesbischof Tobias Bilz am Montag vor der in Ulm tagenden EKD-Synode. Die evangelische Kirche hatte im Juni ihren Ausstieg aus der gemeinsamen Aktionswoche für das Jahr 2025 erklärt.

Öffentliche Wahrnehmung gering

Wie Bilz weiter ausführte, gab es seit längerem eine rückläufige Resonanz für die Veranstaltungsreihe. Eine externe Evaluation habe ergeben, dass der Fernsehgottesdienst zur Eröffnung der Woche zwar eine sehr hohe Aufmerksamkeit erzeugt habe. Der Rest der Veranstaltungsreihe sei aber in der Öffentlichkeit "gar nicht wahrgenommen" worden, so das EKD-Ratsmitglied.

 Bischof Tobias Bilz, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und Mitglied im Rat der EKD / ©  Heike Lyding (epd)
Bischof Tobias Bilz, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und Mitglied im Rat der EKD / © Heike Lyding ( epd )

Bei der Juni-Sitzung des Rates der EKD habe das Gremium deswegen vor zwei Alternativen gestanden: "Wir gehen in ein Gespräch mit der Bischofskonferenz, um über die Weiterführung zu sprechen", sagte Bilz. "Oder wir fassen einen Beschluss darüber, dass wir aussteigen wollen und sprechen dann mit der katholischen Seite." Man habe sich bewusst für die zweite Variante entschieden: "Wir wollten ein Zeichen setzen, und nicht in die Dauerschleife geraten, dass man redet, redet, redet und dann doch weitermacht wie bisher."

"Woche für das Leben"

Die jährlich stattfindende "Woche für das Leben" ist eine bundesweite Aktion der katholischen und evangelischen Kirche in Deutschland. Damit treten sie gemeinsam für den Schutz menschlichen Lebens in all seinen Phasen ein.

Ursprünglich begründet wurde die Initiative 1991 von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde die Abtreibungspraxis in Ost und West unterschiedlich gehandhabt, sodass eine Neuregelung notwendig wurde.

Aktion "Woche für das Leben" der Kirchen  / ©  Julian Stratenschulte (dpa)
Aktion "Woche für das Leben" der Kirchen / © Julian Stratenschulte ( dpa )
Quelle:
KNA