Münsters "Große Prozession" nimmt Frieden in den Blick

Mit Pestkreuz-Nachbildung

Die traditionsreiche "Große Prozession" in Münster findet in diesem Jahr am 2. Juli statt und nimmt dabei besonders den Frieden in den Blick. Sie steht unter dem Motto "...und euer Friede soll bei ihnen einkehren".

Evangeliar / © Lars Berg (KNA)
Evangeliar / © Lars Berg ( KNA )

Das teilte das Bistum Münster am Dienstag mit. Die Prozession beginnt mit einem Gottesdienst an der Lamberti-Kirche um 10.00 Uhr und zieht im Anschluss durch die Altstadt zum Domplatz.

Luftaufnahme des Doms in Münster. / © Julia Steinbrecht (KNA)
Luftaufnahme des Doms in Münster. / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Dort werde Bischof Felix Genn um 11.00 Uhr einen weiteren Gottesdienst feiern. Im vergangenen Jahr wurde die Prozession erstmals nach einer zweijährigen Corona-Pause wieder durchgeführt.

Schon über 600 Jahre alt

Die 1383 begründete "Große Prozession" geht auf ein Gelübde von Kirche und Bürgerschaft zurück. Damals gab es in Münster eine Pestkatastrophe mit rund 8.000 Toten und einem Großbrand, der große Teile der Stadt verwüstete.

Bedeutenden Zulauf hatte die Prozession in der NS-Zeit, als sie zur Demonstration für den Glauben wurde. Damals nahmen regelmäßig fast 20.000 Menschen teil. Der Prozession vorausgetragen wird eine Nachbildung des historischen Pestkreuzes, dessen Original im Stephanschor des Doms hängt.

Bistum Münster

Münster: Außenansicht vom Dom St. Paulus / © David Inderlied (dpa)
Münster: Außenansicht vom Dom St. Paulus / © David Inderlied ( dpa )

Das Bistum Münster ist mit etwa 1,92 Millionen Katholiken die nach Mitgliedern zweitgrößte Diözese Deutschlands. Das an die Niederlande angrenzende und bis an die Nordsee reichende Bistum ist auf einer Fläche von 15.000 Quadratkilometern in fünf Regionen gegliedert. Vier von ihnen liegen in Nordrhein-Westfalen. Hinzu kommt der eigenständige Offizialatsbezirk Oldenburg in Niedersachsen. Seit 29. März 2009 leitet Bischof Felix Genn das Traditionsbistum.

Quelle:
KNA