Osterfeuer sind für wilde Tiere im wahrsten des Wortes brandgefährlich - darauf macht der bayerische Naturschutzverband LBV aufmerksam. "Igel verstecken sich zwischen den Zweigen, gerade wenn diese länger liegen. Und auch Vogelarten wie Rotkehlchen, Zaunkönig oder Heckenbraunelle bauen ihre Nester gerne darin", teilte der Verband am Montag im mittelfränkischen Hilpoltstein mit. "Wenn die Feuer an Ostern entzündet werden, sterben die Tiere unbeobachtet und qualvoll in den Flammen." Holzhaufen sollten daher so spät wie möglich errichtet und vor dem Anzünden vorsichtig umgeschichtet werden. Dieses Vorgehen sei auch eine wertvolle Lernaktion für Kinder.
Hohe Schadstoffbelastung
Der Standort des Osterfeuers sollte einen ausreichend großen Abstand zu Gehölzen und anderen ökologisch sensiblen Bereichen haben, wie es weiter hieß. "Zudem sollten Privathaushalte nicht allein ein großes Feuer veranstalten und Gartenabfälle anzünden, da dies zu einer großen CO2-Belastung führt. Beim Verbrennungsprozess werden nämlich sehr viele Schadstoffe und Feinstaub freigesetzt", warnten die Naturschützer.

Das liege daran, dass das Material meistens noch sehr feucht und die Luftzufuhr nicht ausreichend sei. Es komme so zu einer unvollständigen Verbrennung mit sehr starker Rauchentwicklung.
Holzhaufen als tierische Wohnquartiere
Ein zentrales Osterfeuer in der Kommune ist laut Mitteilung eine praktische und umweltfreundlichere Lösung. "Wenn Bürgerinnen und Bürger sich an diesem erfreuen, können sie ihr eigenes Totholz im Garten zu Haufen schichten und so wichtige Lebensräume für Insekten und Amphibien schaffen. Auch der Hausrotschwanz, Vogel des Jahres, findet hier eine attraktive Ansitzwarte." Überdies liebten kleine Säugetiere diese Totholzhaufen, weil sich darin Nahrungstiere wie Spinnen, Regenwürmer und viele Insekten tummelten. Amphibien und Reptilien nutzten die Haufen ferner gerne als Rückzugs- und Wohnquartier.