Zu den Debatten bei der mit Spannung erwarteten Weltsynode im Vatikan werden Medienvertreter nicht zugelassen. Entsprechende Berichte bestätigte Papst Franziskus am Montag vor Pressevertretern im Flugzeug nach Rom.
Franziskus hat das Treffen für Oktober einberufen; zwölf Monate später soll ein weiteres folgen. Thema sind neue Wege für Debatten und Beschlüsse in der katholischen Kirche. An dem vorausgegangenen Prozess hatten sich Katholiken weltweit beteiligt.
Nur Zugang für ausgewählte Teilnehmer
Vom Vatikan unabhängige Medien werden die Plenarsitzungen in der vatikanischen Audienzhalle nicht in Echtzeit verfolgen können. Nur die vom Papst ausgewählten Teilnehmer haben Zugang; Journalisten sollen täglich über die vatikanische Kommunikationsbehörde informiert werden, so Franziskus.
Diese Barriere solle den religiösen Charakter des Treffens bewahren helfen und in der Debatte mehr Freiheit für die Teilnehmer ermöglichen, erläuterte der Papst die Entscheidung. Erst kürzlich hatte er Journalisten zu Berichterstattung über das katholische Großereignis ermutigt.
Papst verrät möglichen Namen seines Nachfolgers
Papst Franziskus hat auf dem Rückflug von der Mongolei nach Rom den Namen seines Wunschnachfolgers verraten.
Angesprochen auf eine mögliche Papstreise nach Vietnam sagte der 86-Jährige am Montag scherzhaft: "Ich bin sicher, dass Johannes XXIV. dorthin reisen wird." Namensvorgänger ist der 2014 von Franziskus heiliggesprochene Johannes XXIII. (1958-1963). Er eröffnete das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965), das mit umfassenden Reformen die katholische Kirche für die moderne Welt öffnete.
Nur vage äußerte sich Franziskus über die zu erwartenden Zeiträume und sagte, Vietnam und der Vatikan hätten den guten Willen voranzukommen. Die noch bestehenden Probleme würden "früher oder später überwunden"; ein Dialog sei aber eröffnet. Unter Vatikanbeobachtern gelten die Beziehungen zwischen dem kommunistisch regierten Vietnam und dem Heiligen Stuhl als ein Testfall für die noch komplizierteren Beziehungen zwischen Peking und Rom.
Vorerst keine weiteren Reisen geplant
Papst Franziskus plant vorerst keine weiteren Reisen. Das sagte er am Montag auf dem Rückflug aus der Mongolei nach Rom. Seit Freitag hielt sich der 86-Jährige in dem ostasiatischen Land auf. Es war nach Portugal die zweite Reise innerhalb eines Monats; Ende September folgt die französische Hafenstadt Marseille.
"Um die Wahrheit zu sagen, sind Reisen für mich nicht mehr so einfach wie früher", erklärte das katholische Kirchenoberhaupt und verwies auf seine Einschränkungen etwa bei der Fortbewegung.
Seit 2022 sitzt Franziskus hauptsächlich im Rollstuhl. Am Stock kann er nur kurze Strecken gehen. Bei der Mongolei-Reise wirkte er erschöpft. Für die knapp vier Tage in dem ostasiatischen Land saß das Kirchenoberhaupt gut 20 Stunden im Flugzeug.
Nach Marseille gibt es derzeit keine weitere offiziell bestätigte Reise des Papstes. Das Kirchenoberhaupt äußerte jedoch mehrfach, er wolle 2024 sein Heimatland Argentinien besuchen. Indien und das Kosovo erwähnte Franziskus ebenfalls bereits als kommende Ziele.
Verständnis für Klimaaktivisten
Papst Franziskus zeigte zudem Verständnis für junge Klima-Aktivisten. Aus Sorge um ihre Zukunft kämpften sie; das finde er grundsätzlich gut, sagte der Papst auf dem Rückflug. Jegliche Form von Extremismus lehne er aber ab. Klimaschutz ist eines der großen Themen der Amtszeit von Papst Franziskus.
2015 verfasste das katholische Kirchenoberhaupt dazu eigens ein Lehrschreiben mit dem Tiel "Laudato si". Kurz vor der Klimakonferenz in Dubai will Franziskus am 4. Oktober eine Erweiterung dieser Umweltenzyklika in Form einer Päpstlichen Ermahnung publizieren. Sie soll neueste Entwicklungen zum Thema Umwelt- und Klimaschutz berücksichtigen.
Respektvolle Beziehungen zu China
Auch zu den Beziehungen des Vatikans zur Volksrepublik China äußerte sich Franziskus. Sie seien respektvoll, sagte er und betonte seine "große Bewunderung" für China. Seit einiger Zeit gebe es einen Dialog – auch durch die gemeinsame Kommission der chinesischen Regierung und des Vatikans zur Ernennung von Bischöfen.
Zweimal wurde das Geheimabkommen dazu zwischen beiden Seiten bislang verlängert. Diplomatische Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Regierung in Peking bestehen bislang nicht.
Bedauern für Äußerungen zu Russland
Seine jüngsten Äußerungen zu Russland bezeichnete Franziskus als "nicht glücklich". In einem Videogespräch hatte er russische Jugendliche aufgefordert, ihre Herkunft nicht zu vergessen; sie seien "Erben des großen Russlands". Die Aussage des Kirchenoberhaupts stieß auf Irritationen und Unverständnis, besonders in der Ukraine und bei anderen Nachbarstaaten Russlands.
Franziskus erklärte, er habe die russischen Jugendlichen lediglich an ihr eigenes Erbe erinnern wollen. Wie schon bei ähnlichen Anlässen sei es ihm um einen Dialog zwischen Großeltern und Enkeln gegangen.
Zur Vereinfachung habe er vom "Erbe des großen Russlands" gesprochen. Aus seinem eigenen Schulunterricht seien ihm die Namen von Peter dem Großen und Katharina II. in den Sinn gekommen, so Franziskus. Im Nachhinein betrachte er das als nicht glücklich.
Gedanken an Imperialismus habe er dabei nicht gehabt; "großes Russland" solle in kulturellem und nicht etwa im territorialen Sinn verstanden werden. Eine entsprechende Erklärung hatte in der vergangenen Woche bereits Vatikansprecher Matteo Bruni veröffentlicht.
Traditionelles Gebet nach Abschluss der Reise
Nach seiner Rückkehr betete Franziskus in der römischen Basilika Santa Maria Maggiore vor der dortigen Marien-Ikone. Vor seiner Abreise hatte er ebenfalls dort gebetet.
Die Ikone "Salus Populi Romani", Schutzpatronin der Römer, gehört zu den Lieblingsikonen des Papstes und gilt als bedeutendste Marienikone der Stadt. Traditionell begibt sich Franziskus vor und nach jeder Auslandsreise zu ihr.