Pastoraltheologe sieht Umbrüche bei Kommunionsvorbereitung

Eltern spielen eine immer größere Rolle

Die Erstkommunionvorbereitung für Kinder befindet sich nach Einschätzung eines Experten im Wandel. "Wir erleben, wie Gemeinden zusammengelegt werden, und darum der Erstkommunionunterricht in einer neuen Gestalt stattfinden muss."

Erstkommunionkind in weißer Albe, kniet in einer Kirchenbank bei der Messe zur Feier der Erstkommunion 
 / © Harald Oppitz (KNA)
Erstkommunionkind in weißer Albe, kniet in einer Kirchenbank bei der Messe zur Feier der Erstkommunion / © Harald Oppitz ( KNA )

"Zudem erklären sich immer weniger Erwachsene bereit, die Kinder in der Vorbereitungszeit zu begleiten", sagte der Mainzer Pastoraltheologe Hubertus Brantzen der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Zudem sei für immer mehr Kinder "die Erstkommunionvorbereitung zu einer ersten Einführung in den Glauben überhaupt geworden." Brantzen verweist auf Statistiken, denen zufolge seit der Corona-Pandemie nur noch etwa vier Prozent der Katholiken den Gottesdienst besuchen.

Familien in die Erstkommunion mit einzubeziehen

Eine umso größere Rolle spielen demnach Eltern bei der Vorbereitung ihrer Kinder auf die Erstkommunion. Meist geschehe dies fast nebenbei mitten im Alltag, so Brantzen: "Sie vermitteln ihnen, was im Leben wichtig ist. Sie leben vor, welche Werte sie im Leben tatsächlich weiterbringen." Es sei unabdingbar, Familien mit in die Erstkommunion einzubeziehen.

Kompaktkurse, bei denen etwa der gesamte Lehrinhalt des Kommunionsunterrichts an ein bis zwei Wochenenden vermittelt werden soll, sieht er eher kritisch. "Eine Sozialisation in die Glaubenspraxis der Kirche ist eine Frage langsamen und ganzheitlichen Wachstums", erklärte der Experte. Eltern seien die wichtigsten Erzieher ihrer Kinder.

Auch kirchenferne Familien können unterstützen

Auch im Alltag von Familien, die nur selten in die Kirche gehen, gebe es Elemente, die die Vorbereitung unterstützten: Wenn Eltern für ihre Kinder schöne Geschenke aussuchten, und darauf verwiesen, dass diese Geschenke zeigen sollten, wie wichtig das Geschenk der Freundschaft mit Jesus ist, dann sei das auch schon ein Teil der Hinführung zum Glauben, so Brantzen. 

Zudem könnten Kinder, die von ihren Eltern liebevoll begleitet würden, auch nachempfinden, dass Gott für sie da sei. Wenn Kinder erführen, dass Streiten nicht das Ende der Beziehung sei, bereite es sie auf das Sakrament der Beichte vor. Der Pastoraltheologe rechnet zudem mit weiteren Umbrüchen. Die Tradition werde an Bedeutung verlieren, sagte er: "In den kommenden Jahrzehnten werden nur noch solche Eltern ihre Kinder zur Erstkommunion gehen lassen, die bewusst ihren Glauben leben." 

Mundkommunion und Handkommunion

Die Kommunion wird in der römisch-katholischen Kirche entweder in Form der Mundkommunion oder, nach dem der Bischofskonferenz aufgrund eines päpstlichen Indultes eingeräumten Ermessen auch in Form der Handkommunion gereicht, dabei kann in jeder der beiden Formen der Gläubige die Kommunion kniend oder stehend empfangen. Bei der Mundkommunion legt der Kommunionspender die Hostie auf die Zunge des Empfangenden.

Bei der Kommunionausteilung / © Harald Oppitz (KNA)
Bei der Kommunionausteilung / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA