Wegen der Sanktionen seien Investitionen unmöglich, behinderten den Wiederaufbau und stürzten das Land, das durch den Krieg bereits am Boden liege, endgültig in eine beispiellose Wirtschaftskrise, heißt es in dem am Donnerstag in Nürnberg veröffentlichten Schreiben. Die Maßnahmen führten nicht zum beabsichtigten Sturz von Präsident Baschar al-Assad. "Stattdessen führen sie die Bevölkerung Syriens in eine humanitäre Katastrophe."
Unterstützt haben den offenen Brief des Nürnberger Vereins "Solidarität mit verolgten Christen Nürnberg" unter anderen der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke, Bambergs Weihbischof Herwig Gössl und der Erzbischof und Metropolit der rumänisch-orthodoxen Kirche in Deutschland mit Sitz in Nürnberg, Serafim Joanta. Auch der Katholische Stadtdekan von Nürnberg, Andreas Lurz, seine Vorgänger Hubertus Förster und Theo Kellerer sowie der frühere Missionsprokurator der Jesuiten, Joe Übelmesser, teilen das Anliegen.
Arbeitslosigkeit, Preissteigerung, Hunger
Die Unterstützer verweisen auf die Inflation, die Preissteigerung bei Grundnahrungsmitteln, die Arbeitslosigkeit und den Hunger in Syrien. Nach Angaben des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) steht die syrische Zivilbevölkerung am Rande des Verhungerns. "Mittlerweile sind über 80 Prozent der Menschen in Syrien unterhalb der Armutsgrenze gefallen und dringend auf Hilfe angewiesen."
Christentum in Gefahr
Trotz verbesserter Sicherheitslage wollten viele Syrer aufgrund der katastrophalen wirtschaftlichen Situation ihre Heimat verlassen, heißt es in dem Brief. "Die christliche Präsenz in Syrien, der Wiege des Christentums, ist existenziell in Gefahr!" Die Sanktionen machten Investitionen unmöglich, behinderten den Wiederaufbau und stürzten das Land, das durch den Krieg bereits am Boden liege, endgültig in eine beispiellose Wirtschaftskrise. Auch die Arbeit christlicher Hilfsorganisationen werde enorm erschwert, da sie aufgrund der Sanktionen westlicher Banken Geld nicht direkt nach Syrien überweisen könnten.