DOMRADIO.DE: Was ist bei der Solidaritätsbrot-Aktion am 22. März geplant?

Georg Möllers (Mitglied des Stadtkomitees der Katholiken in Recklinghausen): Geplant ist die Unterstützung des Hilfswerks Misereor. Das machen wir seit 25 Jahren. Es ist das größte katholische Entwicklungshilfswerk. Wir versuchen, verschiedene Zielgruppen anzusprechen.
Dieses Jahr haben wir etwas ganz Besonderes vor, nämlich ein Solidaritätsbrot zu backen. Wir haben es "das längste Solidaritätsbrot vor dem schönsten Rathaus in NRW" genannt. Wir führen diese Aktion schon länger mit Kindergärten durch. Aber diesmal wollen wir bewusst die Öffentlichkeit einbeziehen, motivieren und für die Themen Ernährung und Hunger sensibilisieren. Besonders toll ist, dass sechs Bäcker dabei mitmachen.
DOMRADIO.DE: Haben Sie eine grobe Idee, wie lang das Brot wird und wie dieses Prozedere abläuft?
Maria Voß (Mitglied des Eine-Welt-Kreises): Wir haben natürlich nicht nur ein Brot, sondern viele 500-Gramm-Brote, die hintereinander gelegt werden und so das längste Solibrot ergeben.
Wenn ich richtig gerechnet habe und die Bäcker keine Produktionsausfälle haben, werden wir am 22. März circa 50 Meter Brot auf dem Rathausmarkt präsentieren. Das dürften etwa 370 einzelne Brote sein, die wir dann natürlich an Mann und Frau bringen möchten. Darum wäre es gut, wenn möglichst viele Menschen zum Rathaus kämen, um das Soli-Brot zu kaufen.

DOMRADIO.DE: Jeder Mann und jede Frau können am 22. März dorthin kommen und sich für den guten Zweck ein Brot kaufen. Und es gibt auch tatkräftige Unterstützung von Prominenten.
Voß: Die Reihe der Prominenten beginnt mit dem Staatssekretär Josef Hovenjürgen. Es kommt auch Anette Ptassek von Misereor. Sie gehört zum geschäftsführenden Vorstand von Misereor. Von Schalke 04 kommt die Vorstandsvorsitzende Christina Rühl-Hamers und der Ehrenspielführer Olaf Thon. Und last but not least hat auch Dr. Dietrich Grönemeyer zugesagt. Das ist der ältere Bruder von Herbert Grönemeyer.
DOMRADIO.DE: Dietrich Grönemeyer baut in Bochum derzeit eine große Klinik, und sein Bruder Herbert kann ganz gut singen.
Möllers: Sänger haben wir natürlich auch dabei. In unserem Bühnenprogramm gibt es Musik mit Chören, es wird Life-Interviews geben und Yvonne Willicks vom WDR moderiert die Veranstaltung.
DOMRADIO.DE: Es muss doch ein Riesenaufwand gewesen sein, das Ganze zu organisieren, oder?
Voß: Das stimmt, der Aufwand ist aber noch nicht ganz zu Ende. Jetzt geht es an die Öffentlichkeitsarbeit, um möglichst viele Leute in Recklinghausen und Umgebung zu erreichen.
Möllers: Wir haben auch bewusst einen Samstag gewählt, zeitgleich mit dem Wochenmarkt, der direkt nebenan stattfindet. Wir wollen uns öffnen und möglichst viele Bürgerinnen und Bürger einladen.
DOMRADIO.DE: Wollen Sie die Aktion zukünftig immer wieder so groß in die Öffentlichkeit tragen? Oder ist danach erstmal zurücklehnen und auswerten angesagt?
Voß: Zurücklehnen können wir uns natürlich nicht. Der Hunger ist ja nicht mit dem 22. März beseitigt. Aber eine Veranstaltung in dieser Größenordnung kann man nicht regelmäßig machen. Wir hatten jetzt ein Jahr Vorbereitungszeit. Und wenn man es zu regelmäßig macht, geht auch der Event-Charakter ein bisschen verloren.
DOMRADIO.DE: Wenn am Ende der Veranstaltung noch was von dem Brot übrig bleibt, was passiert dann damit?
Möllers: Wir gehen nicht davon aus, dass noch Brot übrigbleibt. Wir hoffen, dass alles für den guten Zweck gekauft wird. Wir haben aber sicherheitshalber mit der Recklinghäuser Tafel darüber gesprochen, dass sie das dann sofort bekämen und einfrieren würden.
Das Interview führte Oliver Kelch.