Wegen Vergewaltigung verurteilter Priester auf Kaution frei

Berufungsverhandlung im Mai

Das oberste Gericht im indischen Bundesstaat Jharkhand hat einen Priester, der im Zusammenhang mit einer Gruppenvergewaltigung verurteilt wurde, nach fast drei Jahren auf Kaution freigelassen.

Symbolbild Gerichtssaal / © Corgarashu (shutterstock)

Weihbischof Theodore Mascarenhas dankte dem Anwaltsteam sowie den Gläubigen des Erzbistums Ranchi, die für Pater Alphonse Aind gebetet hätten, wie der asiatische Pressedienst Ucanews am Freitag berichtete. Er bleibe bis zu seiner Berufungsverhandlung im Mai auf freiem Fuß.

Sechs Männer hatten demnach im Juni 2018 bei einer Theateraufführung an der Jesuitenschule im Dorf Kochang fünf junge Frauen entführt und vergewaltigt. Pater Aind, Direktor der Schule im Bezirk Khunti in Jharkhand, wurde wegen des Vorwurfs der Beihilfe bei der Gruppenvergewaltigung im Mai 2019 zu lebenslanger Haft verurteilt. Dagegen legte er Berufung ein. Unter anderem soll Aind die Tat vorsätzlich nicht bei der Polizei angezeigt, Zeugen eingeschüchtert und Beweise unterschlagen haben.

Der Anteil der Christen an den 32 Millionen Einwohnern des mehrheitlich hinduistischen Jharkhand liegt mit zwei Prozent über dem nationalen Durchschnitt Indiens. Im Bezirk Khunti stellen die Christen sogar 25 Prozent der rund 530.000 Einwohner.

Religionen in Indien

Indien ist der größte Staat Südasiens und flächenmäßig mehr als neunmal so groß wie Deutschland. In den 29 Bundesstaaten und sieben Territorien leben inzwischen mehr als 1,3 Milliarden Menschen, und die Bevölkerung wächst weiter stark. Fast 30 Prozent sind jünger als 15.

Weihnachten in Indien: Nationalfeiertag, auch wenn Christen in der Unterzahl sind / © Channi Anand (dpa)
Weihnachten in Indien: Nationalfeiertag, auch wenn Christen in der Unterzahl sind / © Channi Anand ( dpa )
Quelle:
KNA